Zika-Virus
Diese Bakterie erschwert die Ansteckung

Zika steht in dem Verdacht, schwere Schädelmissbildungen bei Föten zu verursachen. Das Virus wird durch Mückenstiche übertragen. Um das zu verhindern, infizieren Forscher in Brasilien nun wiederum die Mücken.

Chicago/BrasiliaDurch die Infektion von Mücken mit einem Bakterium kann einer Studie zufolge die Übertragung des gefährlichen Zika-Virus verhindert werden.

Mit dem Bakterium Wolbachia infizierte Mücken trugen weniger Teile des Zika-Virus in sich, so dass die Übertragung der Krankheit auf den Menschen erschwert wurde, wie aus einer am Mittwoch in der Zeitschrift "Cell Host & Microbe" veröffentlichten brasilianische Studie hervorgeht.

Die Forscher setzen nun darauf, Mücken mit dem Bakterium anzustecken und diese auszusetzen. Sie sollen sich dann mit wilden Mücken paaren und das Bakterium weiterverbreiten. Die Hoffnung sei, dass die infizierten Mücken andere Mücken verdrängten, erläuterte Studienautor Luciano Moreira von der Oswaldo Cruz Foundation in Rio de Janeiro.

Bislang hatten Forscher befürchtet, dass durch die Infektion der Mücken mit dem Bakterium Wolbachia andere Krankheiten leichter übertragen würden. Die neuen Studienergebnisse hätten diese Bedenken entkräftet, sagte Jason Rasgon, Insektenforscher an der Penn State University.

Moreira warnte, dass die Strategie, Mücken mit dem Bakterium zu infizieren, nicht hundertprozentig wirksam sei. Sie solle in Verbindung mit anderen Maßnahmen zur Mückenabwehr genutzt werden.

Zika steht im Verdacht, bei Föten zu schweren Schädelmissbildungen zu führen. Der Erreger wird über Mückenstiche und möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Virus ist in mehr als 30 Ländern aufgetreten. Am schwersten ist Brasilien betroffen: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt.

Brasilien hat seit dem Ausbruch der Zika-Epidemie im Oktober vergangenen Jahres 1271 Fälle von Mikrozephalie bei Babys registriert. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch außerdem mitteilte, starben mindestens 57 Babys an dem schweren Defekt, bei weiteren 178 Todesfällen werde ein Zusammenhang vermutet. Normalerweise gibt es in Brasilien jährlich rund 150 Fälle von Mikrozephalie - dabei haben die Neugeborenen einen abnormal kleinen Kopf und häufig auch schwere Hirnschäden.

Das Zika-Virus löst nach Angaben von US-Wissenschaftlern Mikrozephalie bei Babys aus und gilt damit für Schwangere als besonders gefährlich. Zudem kann das Virus die schwere Nervenkrankheit namens Guillain-Barré-Syndrom verursachen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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