Zika-Virus
WHO erklärt globalen Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Es gebe eine Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen, sagt WHO-Direktorin Margaret Chan.

GenfDie Weltgesundheitsorganisation hat die explosive Ausbreitung des Zika-Virus in Nord- und Südamerika zum globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Es handele sich um ein außergewöhnliches Ereignis, das als internationaler Notfall gewertet werden müsse, gab die WHO nach einem Krisentreffen am Montag bekannt. Zuletzt hatte die UN-Organisation 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Durch diese kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

Das von einem Moskito übertragene Zika-Virus verläuft nicht tödlich, sondern sorgt nur für Fieber und einen roten Ausschlag. Gefährlich werden kann es aber für Schwangere, denn es wird mit Geburtsfehlern bei Babys in Zusammenhang gebracht. Einen endgültigen Beweis dafür, dass die Entwicklung abnormal kleiner Schädel bei Embryos - die sogenannte Mikrozephalie - tatsächlich durch Zika verursacht wurde, gibt es allerdings nicht, wie WHO-Generaldirektorin Margaret Chan vergangene Woche einräumte. Die Sorge in diese Richtung sehr jedoch groß, sagte sie.

WHO will koordinierte internationale Antwort

„Wenn wir bis zum wissenschaftlichen Beweis warten, werden die Menschen uns Untätigkeit vorwerfen“, sagte Chan. Die Ausrufung des Notfalls erleichtere das Bemühen, die Verbreitung des Virus zu bekämpfen. „Wir brauchen eine koordinierte internationale Antwort, um der Sache auf den Grund zu kommen“, sagte Chan.

Dieser Meinung schlossen sich auch die internationalen Gesundheitsexperten an, die am Montag via Telefonkonferenz über das Zika-Virus berieten und den Gesundheitsnotstand erklärten. Eine solche Erklärung hat üblicherweise die Folge, dass mehr Geld und internationale Hilfe aufgewendet werden, um den Ausbruch zu stoppen. Außerdem wird dann intensiver nach möglichen Behandlungen und Impfungen geforscht.

Es gebe seit 2015 in Brasilien inzwischen 270 bestätigte Fälle, in denen Schwangere mit einem fehlgebildeten Kind zuvor an Zika erkrankt waren. Das Virus trete inzwischen in 25 Ländern auf.

Die WHO rechnet damit, dass es bis zum kommenden Jahr vier Millionen Zika-Fälle in Nord- und Südamerika geben könnte. In besonders stark betroffenen Staaten wie Brasilien wird mit allen Mitteln versucht, die Brutstätten der Mücke zu beseitigen, die neben Zika auch Dengue, Chikungunya und Gelbfieber verbreitet. Dafür erlaubte Präsidentin Dilma Rousseff den Gesundheitsbehörden des Landes am Montag sogar, jedes Haus im Land zu betreten, selbst wenn der Besitzer nicht greifbar ist. Auch Polizeirazzien sind möglich, wenn in einem Haus oder Wohngelände stehendes Wasser vermutet wird.

Der Aedes-aegypti-Mücke reicht schon die kleinste Menge Wasser wie etwa ein Flaschenverschluss, um zu gedeihen, ganz zu schweigen von Pfützen, die während der Regenzeit in Brasilien fast an jeder Ecke zu finden sind.

Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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