Freizeit der Zukunft
Wie wir unseren Feierabend verbringen werden

Das Smartphone ist immer dabei und wird künftig auch die Regeln der Freizeit bestimmen. Handelsblatt Online wagt in einer Serie einen Blick in die Zukunft – und verändert sich selbst.
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DüsseldorfEs ist das erste Date, und während sie redet, spielt er Minesweeper. Ihr fällt seine Unaufmerksamkeit nicht weiter auf, denn er guckt trotzdem in ihre Richtung – weil er nicht auf seinem Smartphone oder Tablet spielt, sondern auf seiner Brille. Google Glass hilft ihm auch herauszufinden, dass sie Hunde mag und die entsprechenden Witze zum Thema machen zu können.

Das Video, das auf Youtube kursiert und eine fiktive Datingsituation darstellt, zeigt nur ein kleines Beispiel dafür, wie sich unsere Freizeit verändert hat und verändern wird. Auch, wenn es Google Glass bald nicht mehr in seiner jetzigen Form geben wird, macht der Konkurrent Microsoft deutlich, dass es in diese Richtung weitergehen wird. Entscheidend wird das nicht nur für das erste Date.

Wir treffen uns in unserer Freizeit auch mit Freunden, machen Sport, gehen auf Konzerte, ins Theater, ins Stadion. Neue Produkte werden auch das Joggen, den Besuch im Fußballstadion, das Wäschewaschen und das Lichtausschalten verändern. Der Alltag als Ganzes bekommt ein neues Gesicht.

Dass unser Leben immer digitaler werden wird, dafür muss man noch nicht mal in die Zukunft schauen: Smart Homes sind technisch schon heute möglich und beginnen langsam, sich auf dem Markt zu etablieren. Ende 2013 gab es in Deutschland laut einer Deloitte-Studie bereits 315.000 vernetzte Haushalte, im Jahr 2020 sollen es eine Million sein. Tendenz: weiter steigend. Licht ausschalten auf der Fahrt zur Arbeit, Waschmaschine anstellen vom Büro aus – Alltag wird unterwegs stattfinden.

Und er wird individueller. Noch sind 3D-Drucker mit einem Preis von bis zu knapp 2000 Euro zu teuer, um sie in jedem Haushalt zu finden. Doch in 30 Jahren könnte das ganz anders aussehen. Das vermutet zumindest der Softwarehersteller Kapersky Lab. Das Unternehmen hat eine Zukunftsvision für 2045 entwickelt. Statt „langweiliger, industrieller Massenware“, so heißt es darin, werden wir uns dann unser Geschirr und unsere Kleidung selbst ausdrucken – und individuell gestalten. Selbst das Baumaterial unserer Häuser könne dann aus dem 3D-Drucker kommen, so die Vision.

Dadurch wird das Leben bequemer, wir müssen nicht mehr aus dem Haus gehen, um Produkte zu erwerben, oder auf den Postboten warten, sondern können sie uns sogar selbst herstellen. Sogar beim Lebensmitteleinkauf, der bislang beim Onlineshopping eher unterrepräsentiert ist, wird das Potenzial riesig sein, wie einige Studien zeigen. So zeigt ein Report aus dem vergangenen Jahr beispielsweise, dass jeder Fünfte bereits Lebensmittel im Internet gekauft hat, jeder Sechste ist daran interessiert.

Gehen wir deshalb nicht mehr einkaufen? Nein, nur anders. Die Vorläufer sind schon zu erkennen: Wir kaufen zwar bei Amazon, aber genauso gut wollen wir noch in die Stadt gehen, dort mit Freunden bummeln, gemeinsam einen Kaffee trinken gehen. Einkaufen wird nicht mehr Alltag sein, sondern ein Erlebnis.

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Fußball gucken vor dem Stadion

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