10 Thesen zur Cyber-Sicherheit: Ein Paradigmenwechsel ist unabdingbar

 

10 Thesen zur Cyber-Sicherheit
Ein Paradigmenwechsel ist unabdingbar

Cybercrime ist ein lukratives Geschäftsmodell für Kriminelle geworden und im Ausmaß vergleichbar mit dem weilweiten Drogenhandel. Volkswagen gibt die Zahl der Cyber-Attacken auf sein IT-Netz mit 6.000 Fällen pro Tag an.
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Cyber-Attacken nehmen zu, werden raffinierter und kosten Unternehmen inzwischen Milliarden. Herkömmliche Sicherheitskonzepte sind zunehmend machtlos. Wer sich schützen will muss daher umdenken, fordert Ammar Alkassar, CEO des deutschen IT-Sicherheitsunternehmens Rohde & Schwarz Cybersecurity. In seinem Gastbeitrag, der er für unser Online-Special "Mit Sicherheit im Netz" geschrieben hat, formuliert er 10 Thesen für einen Paradigmenwechsel.

1. Cyber-Angriffe verursachen einen enormen wirtschaftlichen Schaden

51 Milliarden Euro – so hoch ist laut Bitkom der Schaden, der deutschen Unternehmen durch Plagiate und den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit in Folge von Cyber-Angriffen in einem einzigen Jahr entstanden ist. Hinzu kommt der zunehmende finanzielle Verlust durch Ransomware: Kriminelle kapern Daten und erpressen den Eigentümer. Besonders perfide: Sie geben andere Opfer, die bezahlt haben, als Referenzen an.

2. Die Zahl der Angriffe steigt kontinuierlich

Cybercrime ist ein lukratives Geschäftsmodell für Kriminelle geworden und in seinen Ausmaßen vergleichbar mit dem weilweiten Drogenhandel. Volkswagen gibt die Zahl der Cyber-Attacken auf sein IT-Netz mit 6.000 Fällen pro Tag an. Auf das Regierungsnetz erfolgen täglich allein 20 hochspezialisierte Angriffe – so das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Eine manuelle Bewältigung dieser Herausforderung ist unmöglich.

3. Die Angriffsfläche für Cyber-Attacken wächst

Durch das „Internet of Things“ (IoT), also die zunehmende Vernetzung von Geräten, Sensoren etc. via IP-Netze, steigt die Zahl der miteinander vernetzten Geräte stetig an. Dies birgt enorme Sicherheitsrisiken. Sogar infizierte Babyphones können zu einem großangelegten Angriff führen. Dies verdeutlicht der kürzlich erfolgte Angriff an der Ostküste der USA, der weite Teile des Internets lahmlegte.

4. Eine einzige Schwachstelle kann enorme Kosten verursachen

Tagtäglich erreichen große Mengen E-Mails mit gefährlichen Datei-Anhängen die Mitarbeiter eines Unternehmens. Der einzelne erkennt oft zu spät, dass ein Absender bösartig ist und Malware auf den Rechner lädt. Der Anhang wurde bereits heruntergeladen oder ein Link geöffnet. Awareness alleine reicht nicht aus – der Fehler eines Einzelnen kann zur Infizierung eines ganzen Unternehmens führen.

5. Herkömmliche Sicherheitsmechanismen sind machtlos

Rund 360.000 neue Viren werden täglich entdeckt. In den ersten drei Tagen nach der Entdeckung bleiben 27 Prozent der Malware unentdeckt. Angreifer haben also bereits viele Tausend Geräte infiziert, bevor sie entdeckt und gestoppt werden. Neue Angriffsarten, sogenannte „Zero-Day Exploits“, nutzen Sicherheitslücken aus, noch bevor diese entdeckt und geschlossen werden können. Anti-Virensoftwareprogramme haben keine Chance, diese Angriffe abzuwehren.

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