Cyber-Kriminalität
So versichern Sie sich gegen Hacker

Versichert wird in Deutschland fast alles – doch wie sieht es in Sachen Cyberkriminalität aus? Die Bedrohung durch Hacker nimmt zu und klassische Policen decken solche Schäden für Unternehmen meist nicht ab. Wer zahlt?
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DüsseldorfDas Ausmaß der jüngst bekanntgewordenen Hacker-Attacke auf Yahoo wirkte beinahe unvorstellbar: 500 Millionen Nutzerdaten gestohlen, Namen, Adressen und Passwörter in den Händen von Kriminellen. Laut Experten war das der größte Datendiebstahl bei einem E-Mail-Anbieter, den es jemals gegeben hat. Bei einem Unternehmen mit knapp fünf Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Besonders brisant: Bevor der Konzern den Angriff offiziell bestätigte, gab es Wochen vorher schon erste Berichte. Und: Der Hack geschah bereits 2014.

Yahoo ist damit kein Einzelfall. Immer wieder werden Unternehmen attackiert und oft vergehen Jahre, bis der Datenklau bekannt wird. Auch der Cloud-Anbieter Dropbox gab kürzlich zu, schon 2012 Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. Jens Krickhahn, Experte für Cyberversicherungen bei der Allianz: „Studien zeigen, dass im Schnitt 90 Tage vergehen, bevor Unternehmen merken, dass sie gehackt worden sind.“ Bevor die Opfer informiert werden können, vergeht viel Zeit und mit den geklauten Daten kann genug Schaden angerichtet werden.

Laut einer Studie von McAfee, einem US-Hersteller für Sicherheitssoftware, beträgt der jährliche Schaden, der durch Cyber-Angriffe entsteht, weltweit rund 445 Milliarden US-Dollar. Allein in Deutschland entstehen dadurch Kosten von knapp 60 Milliarden Dollar. Besonders erschreckend: Zwei Drittel der deutschen Unternehmen sollen schon einmal Opfer eines Hackerangriffs geworden sein.

Neben den offensichtlichen Schäden, wie zum Beispiel Betriebsausfällen oder Kosten zur Wiederherstellung der Systeme, fallen auch finanzielle Belastungen durch einen Image- und Vertrauensverlust an. Niemand hinterlegt persönliche Daten, wenn es keine Sicherheit gibt. Auch Schadensersatzforderungen von geschädigten Kunden können in die Millionen gehen. Da es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann, reicht ein gut ausgebauter IT-Schutz nicht mehr aus.

Um große Schäden zumindest monetär abzufangen, werden immer mehr Cyber-Versicherungen angeboten. Obwohl die Gefahr aus dem Netz nicht neu ist, gibt es diese Versicherungsart erst seit knapp fünf Jahren. Und der Markt boomt: Die Londoner Lloyd’s Versicherung stellte fest, dass im Jahr 2015 weltweit rund 2,5 Milliarden Dollar mit Cyber-Policen umgesetzt wurden. Zwei Jahre zuvor soll der Betrag noch geringer als eine Milliarde Dollar gewesen sein und laut Schätzungen des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, soll die Summe bis zum Jahr 2020 auf rund acht Milliarden Dollar anwachsen. In Deutschland gebe es da aber noch extremen Nachholbedarf, während eine Cyber-Versicherung in den USA schon zum Standardrepertoire gehört.

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