Datenbrillen im Blickfeld
Herantasten an die virtuelle Realität

Experten bescheinigen Datenbrillen ein großes Marktpotenzial – noch aber überwiegt die Skepsis. Oftmals sehen Nutzer auch noch nicht den Mehrwert für die teuren Gadgets. Mit neuen Anwendungen soll sich das ändern.

KölnSchon beim nächsten Autokauf könnten Realität und virtuelle Welt verschwimmen: Vor wenigen Tagen kündigte der schwedische Autobauer Volvo eine Partnerschaft mit Microsoft an. Dessen Datenbrille Hololens soll potenziellen Kunden künftig zeigen, wie ihr ganz individueller Neuwagen aussehen würde. Händler könnten sich bei Vorführwagen auf Basismodelle beschränken: Extras oder andere Farben montiert die Brille ins Blickfeld. Auch virtuelle Probefahrten zu Hause wären so möglich.

Während Datenbrillen anderer Hersteller schon auf dem Markt sind, will Microsoft mit dem Verkauf der Hololens frühestens im kommenden Jahr beginnen. Gelobt wird das Gerät dafür, dass es virtuelle Inhalte in einem besonders großen Ausschnitt des Sichtfelds anzeigen kann – die Nutzer aber dennoch die reale Umgebung wahrnehmen.

Die Technik könnte helfen, den bisher überschaubaren Markt für Datenbrillen in Schwung zu bringen. Die Analysten von ABI Research rechnen bereits mit einem jährlichen Wachstum von fast 80 Prozent. Demnach würden im Jahr 2020 weltweit bis zu 21 Millionen Smart Glasses ausgeliefert werden. Der Digitalverband Bitkom sieht alleine hierzulande ein Potenzial von bis zu 27 Millionen Anwendern.

Endkunden misstrauen der Technik

Große Chancen sprechen Marktbeobachter der Technik im Firmenumfeld zu – Versuche in der Logistik oder bei Wartungsvorgängen laufen schon. Neben technischen Hürden bremsen aber Datenschutzbedenken und Vorbehalte seitens der Betriebsräte den Einsatz.

„Man braucht einen transparenten Einführungsprozess, in den man alle Kritiker miteinbezieht, inklusive der Nutzer“, rät Philipp Rauschnabel, Assistant Professor für BWL an der University of Michigan-Dearborn. Unternehmenslenker müssten klarstellen, dass Mitarbeiter durch die Brillen nicht ersetzt oder degradiert werden sollen.

Skepsis gegenüber der Technik gibt es indes auch bei Endkunden: In einer aktuellen Umfrage unter US-Verbrauchern äußerten knapp 30 Prozent die Sorge, dass Smart Glasses die Privatsphäre anderer Menschen verletzen könnten. Die eigene Privatsphäre sehen mehr als 22 Prozent in Gefahr. Einen wichtigen Arbeitsauftrag erteilen die Konsumenten den Herstellern zudem hinsichtlich des Designs: Jeder Dritte sagt, dass das Tragen einer Datenbrille „seltsam“ aussehe.

Manuel Heckel
Manuel Heckel
Pressebüro JP4
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