Hackerangriffe
Offene Flanke Cybersicherheit

Cyberangriffe auf Unternehmen und staatliche Institutionen werden immer heftiger. Die Bundesregierung hat das Problem erkannt und legt nun ihren Strategie-Entwurf dagegen vor. Auch die Wirtschaft soll sich einbringen.
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BerlinDie Aussagen sind alarmierend: „Zahl und Qualität der Cyberangriffe nehmen (...) kontinuierlich zu und treffen auf oftmals unzureichend gesicherte IT-Systeme.“ „Es ist von einer Vielzahl bislang nicht erkannter Angriffe auszugehen.“ Cyberangriffe und deren Ursprung seien „immer häufiger nicht festzustellen“. „Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland werden von dieser Bedrohungslage in den kommenden Jahren in erheblichem Maße betroffen sein.“

Die Sätze stammen aus dem finalen Entwurf für die „Cybersicherheitsstrategie für Deutschland 2016“, die in den vergangenen Monaten unter Federführung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) von der Bundesregierung erstellt wurde. Nach Informationen des Handelsblatts soll das Bundeskabinett sie am 9. November absegnen.

Der 39-seitige Entwurf, der dem Handelsblatt vorliegt, ist eine Aktualisierung der „Cybersicherheitsstrategie für Deutschland“ aus dem Jahr 2011. Mit ihr will die Bundesregierung der neuen Bedrohung aus dem Netz begegnen. In der Strategie sind Maßnahmen aufgelistet, die mehrere Bereiche betreffen: Verteidigung und innere Sicherheit, aber auch Bildung.

Erst vor wenigen Tagen hatten Hacker einen Internetknotenpunkt attackiert und damit einige Webseiten vorübergehend lahmgelegt. Anfang des Jahres verzeichnete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen dramatischen Anstieg von sogenannter Ransomware, also Software, mit der Hacker in das IT-System etwa eines Unternehmens eindringen und dort die Daten verschlüsseln. Erst nach Zahlung eines „Lösegelds“ werden die Daten wieder freigegeben. Mehrere Krankenhäuser in Deutschland waren etwa davon betroffen, sie mussten ihren Betrieb vorübergehend komplett einstellen.

Firmen fühlen sich allein gelassen

Umfassende Statistiken sind rar, bemängeln Experten. Das Cyberrisiko sei überhaupt noch nicht umfassend erfasst, warnt etwa IT-Sicherheitsexperte Sandro Gaycken (siehe dritte Seite). Das Bundeskriminalamt (BKA) erfasst in seiner Statistik zwar Internetkriminalität, worunter auch Datendiebstähle fallen, die zu vergleichsweise geringerem Schaden führen. Angriffe auf kritische Infrastrukturen werden hingegen nicht umfassend erfasst.

Gerade kleinere Unternehmen fühlen sich bei dem Problem von staatlichen Stellen allein gelassen, stellt auch die Bundesregierung fest. Es gebe „kaum institutionalisierte staatliche Strukturen, die Betroffenen zeitnah vor Ort über die üblichen IT-Sicherheitsmaßnahmen hinaus bei der Aufarbeitung helfen können“, heißt es in dem Bericht. Das Problem: Die Hacker attackieren immer öfter private Unternehmen, die absolut notwendig sind für das tägliche Leben der Bürger – sogenannte kritische Infrastrukturen wie etwa Krankenhäuser.

„Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt passendes Personal“, warnt Lutz Goebel, Präsident des Verbands Die Familienunternehmer. „Viele setzen immerhin auf Schulungen, die ihre Mitarbeiter für die Gefahren von Cyberangriffen sensibilisieren. Dennoch sind sie auf gut ausgerüstete staatliche Sicherheitsorgane angewiesen.“

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

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