Handelsblatt-Jahrestagung Cybersicherheit
Wenn ein Bewerber den Schaden bringt

Bei der Handelsblatt-Jahrestagung Cybersecurity in Berlin fordert der IT-Beauftragte der Bundesregierung eine stärkere Kooperation von Staat und Wirtschaft. BSI-Chef Schönbohm mahnt dazu, das Thema höher aufzuhängen.
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BerlinNein, die Nummer 114 oder 113 habe er noch nicht reserviert, sagt Arne Schönbohm, Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Kurz zuvor hatte er bei der Handelsblatt-Tagung Cybersecurity in Berlin die Pläne seiner Behörde erläutert, eine Mobile Eingreiftruppe (MIRT) von IT-Spezialisten aufzustellen, die bei Cyberangriffen Staat und Wirtschaft spontan unterstützen soll – ganz wie eine Feuerwehr, die bei Anruf kommt, wenn's brennt. Nur eben ohne eigene Telefonnummer.

Die Lage ist alarmierend. Allein die Zahl der Ransomware-Angriffe – also Attacken aus dem Netz, bei denen Schadprogramme Daten verschlüsseln und sie erst nach Zahlung eines Lösegeld wieder entschlüsselt werden – sei im ersten Halbjahr 2016 um den Faktor 55 gestiegen, stellte das BSI jüngst fest. Dabei werden nicht einmal alle Angriffe entdeckt, warnte Schönbohm.

„Die Angreifer werden immer professioneller“, warnte Klaus Vitt, IT-Beauftragter der Bundesregierung und Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Es sei längst nicht mehr der vermeintliche Prinz, der seinem Opfer eine E-Mail schreibt und so den Empfänger dazu bewegt, auf einen Schaden verursachenden Link zu klicken, erklärte BSI-Chef Schönbohm. Eine Pishing-Mail sei heute etwa getarnt als Initiativbewerbung mit Unterlagen im Anhang.

Um der neuen Gefahr zu begegnen, müsse die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft „deutlich intensiviert werden“, mahnte der IT-Beauftragte Vitt. Erst Anfang des Monats hatte die Bundesregierung ihre neue Cybersicherheitsstrategie vorgestellt. Diese habe zwei Ziele, erläuterte Vitt: Zum einen die Verbesserung der Prävention, zum anderen die bessere Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen.

Zu den wesentlichen Teilen der Strategie gehöre die engere Zusammenarbeit von BSI und Unternehmen, die Einrichtung von mobilen Einsatzteams, die im Fall von Cyberangriffen zum Beispiel Betreibern kritischer Infrastrukturen zur Hilfe kommen sollen, sowie die stärkere Kooperation mit IT-Sicherheitsdienstleistern. Auch der Informationsaustausch zwischen den staatlichen Behörden solle verbessert werden. Das Ziel sei, jeden Tag ein aktuelles Lagebild zu Cyberangriffen zu erstellen.

„Ohne Cybersicherheit wird die Digitalisierung nicht erfolgreich verlaufen“, warnte BSI-Chef Schönbohm. Er rief die Unternehmen dazu auf, das Thema zur Chefsache zu machen. Man könne sich nicht zu Hundert Prozent absichern, es gehe vielmehr um ein „vernünftiges Risikomanagement“.

Das Thema müsse jedoch auf der Top-Ebene verankert werden, das sei bei der Digitalisierung das entscheidende Thema. IT-Sicherheit sei ein bedeutender Standort- und wachsender Wirtschaftsfaktor.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Handelsblatt-Jahrestagung Cybersicherheit: Wenn ein Bewerber den Schaden bringt"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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