IT-Berater Ralf Appelt
„Mit der Rechnung kommt die Überraschung“

IT-Berater Ralf Appelt spricht im Handelsblatt-Interview über Risiken bei der Suche nach dem passenden Dienstleister und die Schwierigkeit, Preise und Leistungen bei IT-Anbietern zu vergleichen.

DüsseldorfRalf Appelt ist bei der Beratungsgesellschaft Alsbridge zuständig für Cloud-Themen und berät Unternehmen zu Outsourcing- und Cloud-Fragen.

Herr Appelt, Cloud-Lösungen wie Infrastructure-as-a-Service (IAAS) gelten als gute Möglichkeit, IT-Kosten zu sparen. Trifft das auf alle Anwendungsbereiche zu?
Nein, ob sich eine Cloud-Lösung lohnt, kommt immer auf den Einsatzzweck im Unternehmen an. Als Faustregel gilt: Die Cloud ist unschlagbar, um Lastspitzen abzudecken. Serverkapazitäten lassen sich kurzfristig zubuchen und stundenweise bezahlen. Mit stationärer IT wäre das deutlich teurer.

Und wo sind Cloud-Dienste eher die teure Alternative?
Für jene IT-Infrastruktur, die keinen großen Schwankungen unterliegt, ist es fraglich, welche Lösung die günstigste ist. Manche Cloud-Anbieter überlassen Unternehmen auch langfristig Server zu guten Konditionen. Es hängt vom Einzelfall ab, ob nicht doch stationäre IT oder klassisches Outsourcing besser wären. Eine Frage ist: Wie gut passen die hochstandardisierten Dienste der Cloud-Anbieter zu den Bedürfnissen?

Wie kann ich als Unternehmer die günstigste Lösung finden?
Ganz simpel Preislisten zu vergleichen ist leider kaum möglich. Amazon als größter Anbieter von Cloud-Servern etwa hat einige nur schwer zu greifende Preispositionen. Die Konkurrenz von VMware schlüsselt Preise wieder ganz anders auf. Das wird schnell unübersichtlich. So kosten einzelne Datenabfragen nur Bruchteile eines Cents. Doch wie viele solcher Übertragungen anfallen, ist schwer abzuschätzen. Und mit der ersten Rechnung kommt dann die Überraschung.

Man kauft also die Katze im Sack?
Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Anbieter genau das wollen. Aber wer sich unsicher ist, kann mit einigen wenigen Servern beginnen. Wir spielen für Preisvergleiche meist Szenarien durch: Was kosten fünf, 50 oder 500 Server mit genau definierten Spezifikationen? Tatsächlich gibt es Preisunterschiede von bis zu 30 Prozent.

Wo gibt es die günstigsten Server?
Es kommt auf die Menge und die Kundenanforderungen an. Amazon ist bei ganz kleinen Lösungen unschlagbar günstig, doch bei größeren Servern kehrt sich das Ergebnis oft um. Bei anderen ist die Rechenleistung günstig, aber der Arbeitsspeicher teuer – oder umgekehrt.

Können Unternehmen ihre Daten einfach auf Server verteilen – je nachdem, wo es gerade günstig ist?
Das ist tatsächlich eine immer beliebtere Herangehensweise. Technisch ist es meist kein Problem, seine Daten immer zu dem Anbieter zu schieben, der gerade eine Rabattaktion hat. Allerdings fallen auch durch den Transfer von Daten Kosten an. Es sind kleine Beträge, aber sie summieren sich. Das übersehen viele.

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