IT-Sicherheit im Mittelstand
„Die eigenen Mitarbeiter sind die größte Schwachstelle“

Wer sich vor Angriffen im Netz schützen will, sollte sich mit dem Thema gut auskennen. Gerade der Mittelstand unterschätzt jedoch das Risiko, von Hackern attackiert zu werden. Dabei geraten sie besonders oft ins Visier.

Wo sind die größten Sicherheitsschwachstellen im deutschen Mittelstand? Wie lässt sich die IT absichern, wenn wenig finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen? Und mit welchen Folgekosten müssen Unternehmer rechnen, die Opfer eines Cyber-Angriffs geworden sind? Darüber spricht Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Andreas Blum, der Firmen in Fragen der IT-Sicherheit berät, im Interview. Blum ist Partner der DHPG, eines der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland, das sich auf die Kernbereiche Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung sowie Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung spezialisiert hat. Zudem ist er Professor an der Hochschule Fresenius in Köln.

Herr Blum, ist der Mittelstand in Sachen IT-Sicherheit gut aufgestellt?
In den letzten fünf Jahren nehmen kleine und mittelgroße Unternehmen das Thema IT-Sicherheit zwar stärker wahr. Viele Mittelständler unterschätzen jedoch immer noch das Risiko, selbst Opfer einer Cyberattacke zu werden. Entsprechend ergreifen sie nicht genügend Sicherheitsmaßnahmen, um sich ausreichend zu schützen.

Warum geraten besonders Mittelständler ins Visier von Hackern und nicht die Big Player?
Hacker wissen, dass viele Mittelständler vor allem aus finanziellen und zeitlichen Gründen ihre IT nicht so gut absichern können wie große Konzerne. Entsprechend ist es dort leichter, an Daten zu kommen oder sich sogar Zugang zu externen Vertragspartnern und damit größeren Unternehmen zu verschaffen. In manchen Fällen fällt eine Manipulation gar nicht oder erst sehr spät auf, da IT-Kontrollen fehlen oder in unregelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Ist denn die Digitalisierung der Industrie schuld daran, dass deutsche Unternehmen so angreifbar geworden sind?
Natürlich entstehen durch die hohe Geschwindigkeit der Digitalisierung auch immer neue Möglichkeiten, ein Unternehmen anzugreifen. Dennoch können Firmen sich nicht dem digitalen Wandel versperren – dadurch würden sie an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Schließlich bringt die Digitalisierung auch viele Vorteile wie schnellere Kommunikationswege oder die Steigerung der Produktivität durch eine bessere Auswertung von Daten.

Wo sehen Sie die größten Schwachstellen im Mittelstand?
Auch wenn viele Mittelständler es nicht wahr haben wollen: Häufig sind die eigenen Mitarbeiter die größte Schwachstelle – ob unbewusst wie beim Herunterladen von Schadsoftware oder mit Intention, etwa wenn Angestellte Unternehmensdaten auf private Datenträger kopieren.

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