Phishing statt Fiskus
Vorsicht bei Mails vom Finanzamt!

Finanzamt oder Fake, Erstattung oder Phishing? Die Finanzverwaltung warnt vor gefälschter Post im Namen des Fiskus. Verbraucher werden darin zu Zahlungen aufgefordert. Mit diesen Tipps erkennen Sie Fälschungen sofort.

MünchenSie geben sich – vorzugsweise per E-Mail – als „Finanzamt West“ oder „Finanzamt IV“ aus und behaupten, die Betroffenen hätten Anspruch auf eine Steuererstattung. Man müsse nur einfach auf diesen Link oder jenes, im Anhang beigefügtes Formular klicken, und schon sind die Kontodaten abgefischt.

Das Bayerische Landesamt für Steuern warnt davor, dass aktuell wieder gefälschte Mails im Namen von Finanzamtsmitarbeitern verschickt werden. Der reizvolle Betreff der elektronischen Post: Es soll eine Steuererstattung geben, der Adressat habe Anspruch auf ein Guthaben. Meist wird der Empfänger in der E-Mail aufgefordert, auf einen Link zu klicken und sich dort mit seiner Mail-Adresse anzumelden.

Dann gebe es – gegen Zahlung einer Geldsumme – steuerlich und vermögensrelevante Tipps. Das wahre Ziel der Phishing-Mails ist jedoch, auf diese Weise an Anmeldedaten zu kommen und Konto- sowie Kreditkarteninformationen zu erhalten.

Auch das Bundeszentralamt für Steuern warnt zurzeit vor einer dubiosen Firma, die kostenpflichtige Einträge in ein Internet-Register anbietet. Besonders im Visier: Existenzgründer und kleine Unternehmen. Die Betrüger setzen darauf, dass die Betroffenen unsicher sind, ob es sich nicht doch um etwas Offizielles handelt. Denn die Schreiben geben sich einen offiziellen Anstrich und wirken auf den ersten Blick seriös – zum Beispiel durch Bundesfarben, Logos oder Insignien wie den Adler. Andere versuchen durch bürokratische Wortwahl einen amtlichen Eindruck zu erwecken.

Obgleich das Formular amtlich wirkt, sollten sich Empfänger nicht täuschen lassen und das Schreiben am besten direkt wegwerfen. Generell ist es ratsam, solche Briefe genau durchzulesen und auch das Kleingedruckte nicht zu übersehen. Sollten Sie den Vordruck bereits unterschrieben haben, weil Sie glaubten, damit lediglich Ihre Daten zu bestätigen, sollten Sie die verlangte Gebühr zunächst vorsorglich nicht bezahlen. Wenden Sie sich in solchen Fällen lieber an einen Anwalt, der den Vertrag anfechten lassen kann.

Handelt es sich um ein vorgebliches Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern, in denen eine kostenpflichtige Vergabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeboten wird, ist die Enttarnung einfach. Denn die Vergabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist stets kostenfrei – eine Zahlungsaufforderung können Betroffene also einfach ignorieren.

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