Riesiger Datendiebstahl: „Wenn sie Yahoo kaufen, sind sie für alle potenziellen Schäden haftbar“

 

Riesiger Datendiebstahl
Yahoo ließ sogar Verizon im Dunkeln tappen

„Wenn sie Yahoo kaufen, sind sie für alle potenziellen Schäden haftbar“

Die Haftungsrisiken aus dem Diebstahl sind in keiner Weise absehbar. „Es sieht so aus, als ob Yahoo Verizon, so wie den Rest von uns, im Dunkeln gelassen hat“, zitiert PC-World den Analysten Jack Gold von J. Gold Associates. „An deren Stelle wäre ich vorsichtig. Wenn sie Yahoo wie geplant kaufen, sind sie für alle potenziellen Schäden haftbar.“

Der demokratische US-Senator Mark Warner aus Virginia ist ebenfalls entsetzt: „Besonders verstörend ist die Tatsache, dass der Datendiebstahl 2014 erfolgt ist und die Öffentlichkeit erst jetzt die Details bekommt“, erklärte er am Mittwoch. Warner verlangt eine sofortige Senatsinitiative, um verbindliche Standards für die Bekanntmachung von Datenverlusten festzulegen.

Es ist schwer vorstellbar, aber Yahoo war einmal eines der wertvollsten Unternehmen der Welt mit einer Börsenbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar. Dann kam der Dot.com-Crash und der Aktienkurs fiel von mehr als 100 auf gerademal vier Dollar. Yahoo überlebte zwar, fand aber niemals wieder den Anschluss. Dann begann der Konzern Google die Massen zu begeistern, und dessen Internetsuche beerdigte praktisch Yahoo als Index-Katalog des Webs.

Yahoo probierte später neue Wege aus, mal als Nachrichten-, mal als Unterhaltungsportal. Seit 2009 gaben sich vier Vorstandschefs die Klinke in die Hand, ohne viel zu bewegen. Zuletzt kam Marissa Mayer und sie hat nun die Aufgabe, das erste Multimilliarden-Dollar-Übernahme der Internetindustrie abzuwickeln.

2016, ganze acht Jahre, nachdem Microsoft die Rekordsumme von 44 Milliarden Dollar geboten hatte und damit abgeblitzt war, gehen jetzt die kläglichen Reste für ein Zehntel des Preises an den Telekomkonzern Verizon - falls nicht noch ein Rabatt gefordert wird.

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Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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