Wann fällt das Handyverbot in Flugzeugen?

Telefonieren in der Luft
Wann fällt das Handyverbot in Flugzeugen?

Wenn von Freiheit über den Wolken die Rede ist, kann kaum die Nutzung von Handys gemeint sein. Doch warum dürfen wir im Flugzeug nicht telefonieren? Studien haben ergeben, dass Handys die Sicherheit nicht gefährden.
  • 11

DüsseldorfWas will man auch machen. Da stehen die Stewardessen und Stewards im Gang, heben die Arme und zeigen auf den Notausgang, sie pusten Luft in die Rettungswesten, die sie sich vorher in synchroner Anmut über den Kopf gezogen haben. Darauf folgt eine Durchsage: „Bitte schalten Sie bei Start und Landung ihre Mobiltelefone aus.“

Hörig schauen alle noch einmal auf ihr Handy und kontrollieren, ob sie ihr Gerät aus oder den Flugmodus eingeschaltet haben. Geschäftsleute würgen ihre Gesprächspartner ab. Aber warum eigentlich?

Obwohl sich das Gerücht hartnäckig hält, ist bisher in keiner Form erwiesen worden, dass die Strahlung der Mobiltelefone eine negative Auswirkung auf die Bordelektronik hat und gar Flugzeuge abstürzen lassen könnte. Warum also diese konservative Vorsicht?

Die Gründe dafür finden sich in der Zeit kurz nach dem flächendeckenden Ausbau des ersten Mobilfunknetzes Ende der 80er Jahre. Anfangs war der Gebrauch von Handys in Flugzeugen strikt verboten. „Wir bitten Sie, die Mobiltelefone während des gesamten Flugs ausgeschaltet zu lassen, da es sonst zu technischen Störungen kommen könnte“, hieß es damals über die Lautsprecheranlagen.

„Technische Störungen“, war der Begriff, den alle hörten. Das kleine aber wichtige Wort „könnte“ schien bei den Fluggästen nicht anzukommen. Das Gerücht vom Handy, das ein Flugzeug abstürzen lässt, war lanciert.

Wie Handystrahlung und Bordelektronik sich in die Quere kommen können, erklärt Stefan Frei, Professor an der Technischen Universität Dortmund im Arbeitsgebiet Bordsysteme: „Man hat an verschiedenen Stellen Probleme durch die gegenseitige Beeinflussung elektronischer Geräte. Die immer häufiger verwendeten Funksysteme können sich gegenseitig stören“, sagt er zunächst. Allerdings sei dies nicht durch Mobiltelefone in Flugzeugen möglich, da unterschiedliche Kategorien elektronischer Geräte unterschiedliche Sendefrequenzen benutzen.

Kommentare zu "Wann fällt das Handyverbot in Flugzeugen?"

Alle Kommentare
  • Man kann nur hoffen das es bei dem Handy Verbot bleibt. Völlig egal ob es nachgewiesen die Flugsicherheit gefährdet oder nicht.In unserer Rüpel Gesellschaft ist es eine Horrorvorstellung wenn zBsp. der Urlaub einem schon durch ein ungewolltes ertragen von lauter Musik und oft hirnlosen
    Dialogen per Handy beginnt. Also Handy aus im Flieger.

  • Horror pur!

    Also diese Vorstellung, dass nun jeder sein Handy
    benutzen kann, und es dann wohl auch tut, denn man will
    doch zeigen, was man hat, würde bedeuten, dass
    Langstreckenflüge zu reinen Horrorflügen werden würden-..

    Es genügt doch wohl, wenn gerade junge Leute Musik mit
    Ihren Kopfhörern anhören, mit einer Lautstärke, dass auch
    die Nachbarn in 5 mtr. Umkreis, trotz Fluglärm jeden
    Bass mithören dürfen.

    Über den Wolken kann ja die Freiheit grenzenlos sein, aber
    bitte nicht mit diesen Krawallmachern.

    Ich bin übrigens nicht über 50, sondern noch etwas darunter!

  • Mal ne ganz banale Frage; Wo stehen eigentlich die Mobilfunk-Sendemasten im Nordatlantik.
    Im hinterletzten Mittelgebirgswinkel habe ich hin und wieder kein Netz. Ist das Netz über dem Nordatlantik eigentlich besser?

  • Ach wirklich, was war mit der kanadischen Maschine, die durch einen Blitzschlag fast abgestürzt ist. Außerdem gibt es nach wie vor ungeklärte Abstürze von Militärmaschinen die mit elektromagnetischen Strahlungsquellen in Zusammenhang gebracht werden. Die IT an Bord neuer Passagiermaschinen wird immer komplexer und ist ein immenser Gefahrenherd. Viele Ausfälle einzelner Cockpitkomponenten werden nie aufgeklärt, die Fehlersuche im Nachhinein kaum möglich. Ich will absolut keine unkontrollierten hochfrequente pulsierende elektromagnetische Felder (WLAN, etc.) an Bord der Flugzeuge in denen ich sitze.

  • Stellen Sie sich vor, Sie fliegen in die Karibik oder die USA, d.h. ca. 9 Std. Flug. Rückflug ist immer ein Nachtflug (Flug von West-Ost).Und ein Wichtigtuer sitzt neben Ihnen, der dann am Handy den daheimgebliebenen den Sonnenaufgang erzählt. Furchtbare Vorstellung. 70% der Fluggäste wissen sich jetzt schon nicht zu benehmen, wie wird es dann erst. Ich mag garnicht daran denken.

  • Es sollte lieber dies völlig überflüssige Flüssigkeitsverbot aufgehoben werden statt des Handyverbots. Auch ich kann mir auf einem Langstreckenflug nicht vorstellen das mein Nachbar telefoniert.

  • Habe da überhaupt keine Lust drauf, daß links und rechts neben mir im Flieger Leute sitzen die Handys mit schlechten Strahlungswerten haben und es mal nicht schaffen für eine Stunde im Flieger in Europa Offline sein können

  • Volle Zustimmung!
    War kürzlich 4 Stunden, in Spanien, im Bus unterwegs. Dort herrscht kein Handyverbot.
    Ich kann ihnen nur sagen: das Geschrei, indem der Eine den Anderen beim telefonieren übertönt, war nicht auszuhalten.
    Wenn ich mir das 10 Stunden im Flieger vorstelle, eine einzige Katastrophe!
    SMS wäre noch vertretbar aber nur ohne Klingelton, mit Vibrationsalarm.

  • Alle elektronischen Bordgeräte durchlaufen eine EMV-(elektromagnetische Verträglichkeits)-Prüfung und sind überdies durch abgeschirmte Kabel und Gehäuse geschützt. Sie vertragen gewaltige Störstrahlungen bis hin zum Blitzschlag.
    Wenn man sich schon Sorgen machen will, dann über etwas anderes:
    Das Frequenzband für UKW (FM)-Radios wurde schon vor längerem bis 107.0 MHz geöffnet, um mehr nutzbare Frequenzen zu gewinnen. Bei 107.1 MHz beginnt jedoch der Frequenzbereich der Landekurssender (localizer), die für Instrumentenlandungen unentbehrlich sind. Das ist eine zumindest unangenehme Nachbarschaft, da die jeweiligen Sendeanlagen völlig unterschiedlichen Gesetzen und Prüfbedingungen unterliegen.

  • Damit würde der Flieger seinen Vorteil gegenüber der Bahn verlieren...

Serviceangebote