Apple Watch
Tim Cook beschwört die alten Zeiten

Historischer Ort, historische Anspielungen auf Steve Jobs und ein Produktfeuerwerk. Apple-Chef Tim Cook beschwor die glorreichen Geister der Vergangenheit, doch die Aktie schloss nach wilder Berg- und Talfahrt im Minus.
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San FranciscoGerade mal 40 Minuten Zeit verschwendete CEO Tim Cook am Dienstag im kalifornischen Cupertino auf zwei neue iPhones, die iPhone 6 und 6 Plus. Dann wendete er sich anderen Produkten zu, nicht ohne Steve Jobs‘ legendären Ausspruch „One more thing“ zu bemühen.

Das ist schon erstaunlich, immerhin erwirtschaften die Smartphones 53 Prozent des Konzernumsatzes, rund 150 Millionen Stück wurden im vergangenen Geschäftsjahr abgesetzt. Doch diesmal gehörte die Aufmerksamkeit dem Bezahldienst Apple Pay, der PayPal angreifen soll, und seinem Zukunftstraum Apple „Watch“. Sie kursierte als „iWatch“ seit fast zwei Jahren in der Gerüchteküche. Nun ist sie da.

Es ist ein wichtiger Moment für Cook, der in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, die Produktpipeline sei mit „unglaublichen“ Produkten gefüllt, von denen er gar nicht erwarten könne, sie zu zeigen. Das waren die Zeiten, als die Apple-Aktie bis fast 50 Dollar (bereinigt um Aktiensplitt 7:1) zurückgefallen war.

Und da war sie, die Watch, auf der Bühne des Flint Centers im kalifornischen Cupertino. Ein traditionsreicher Ort für Apple, wo 1984 der erste Macintosh und der legendäre iMac von Gründer Steve Jobs erstmals gezeigt wurden.

Cooks Antwort auf die Wachstumskrise ist eine Computeruhr. Es ist das erste neue Produkt seit vier Jahren, als das iPad das Licht der Welt erblickte, und laut Cook wird es eine ganze Geräteklasse definieren.

Die Aktionäre erwarten den nächsten großen Umsatzbringer, der wie iPod, iPhone und iPad das mit 600 Milliarden Dollar an der Börse bewertete Unternehmen in neue Umlaufbahnen schicken soll. Der Kursanstieg auf derzeit 100 Dollar lag nicht nur an guten iPhone-Verkaufszahlen. Cook musste Milliarden von Dollar an Dividenden ausschütten und ein gewaltiges Aktienrückkaufprogramm anstoßen, um murrende Aktionäre zu beruhigen und die Kurse zu heben.

Aber das geht nicht noch einmal. Er muss in Jobs‘ Fußstapfen treten und ein „Killerprodukt“ präsentieren.

Kommentare zu " Apple Watch: Tim Cook beschwört die alten Zeiten"

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  • Ein Gadget, dass nur selbsternannte Möchtegern-Lifestyler brauchen.
    Wetten, dass bei diesem Digital-Teil sehr bald nach Ende der Garantiezeit irgendein Chipteil verreckt: die geplante Obsoleszenz lässt grüßen; aber neiiin: echte Apple-Jünger legen sich ja das neueste Teil auch dann zu, wenn das alte noch nicht den Geist aufgegeben hat.
    Ich bevorzuge Uhren, die für die Ewigkeit gebaut werden.
    Deshalb spare ich auch momentan für einen Zenith El Primero Chronomaster. Und diese Uhr werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch vererben können - und zwar steuerfrei, ohne dass die Staatskrake ihre unersättlichen Klauen ranbekommt...

  • Nun ja, man kann darüber diskutieren, ob die Produkte von Apple in der Wahrnehmung der Benutzer überbewertet sind. Trifft das bei der Aktie zu? Realistisch betrachtet scheffelt das Unternehmen Geld in praktisch allen Produktbereichen. Werden die unzähligen Apple iTunes Kunden plötzlich alle Investitionen in Software, Musik, Bücher etc. in die Tonne treten? Weil andere Hersteller ähnlich gute Hardware bieten? Wohl kaum. Von einer Überbewertung der Aktie zu sprechen ist also schlichtweg falsch.

  • Ich verwende seit geraumer Zeit die Gear 2 von Samsung.
    Abgesehen, von der systembedingt kurzen Batterielaufzeit von 4-5 Tagen, habe ich nichts zu beanstanden und finde das Gerät außerordentlich gelungen.

    Apple dagegen narrt seine hündisch ergebenen Fans seit Jahren mit Ankündigungen von Produkten, die andere längst zur Serienreife entwickelt haben.

    Markt- und Technologieführer Samsung dagegen bringt seine Produkte auf den Markt, erzielt Spitzenverkäufe ohne das frenetische Geheul von beim Kauf erfolgreichen Apple-Kunden in den Läden.

    Die Apple-Aktie ist meines Erachtens grandios überbewertet.

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