Auslagerung von Daten: Banken wollen in die Cloud

 

Auslagerung von Daten
Banken wollen in die Cloud

Im Finanzgewerbe verspricht die Auslagerung von IT in die Cloud höhere Effizienz. Die Anforderungen an die Dienstleister sind im Spannungsfeld Sicherheit-Verfügbarkeit-Wirtschaftlichkeit jedoch denkbar hoch.
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KölnSo komplex die technischen Anforderungen auch sein mögen - am Ende zählt der Blick auf die Punkte in einer digitalen Deutschlandkarte. „Wenn alles grün ist, sind unsere Kunden und wir zufrieden“, sagt Detlev Klage, Geschäftsbereichsleiter der Finanz Informatik (FI), dem IT-Dienstleister der Sparkassen. Hinter jedem der Punkte steckt eines der etwa 400 Institute, für die die FI verantwortlich ist. Ein grünes Signal steht für eine stabile IT-Architektur - inklusive der Cloudcomputing-Lösungen, die mehr und mehr zum Einsatz kommen.

Rechner-, Speicher oder Netzwerkkapazitäten nicht von fest installierten Rechnern zu beziehen, sondern an eine Cloud auszulagern, das lohnt auch für Banken. Und so hält die Technologie Einzug in die Branche, in der IT einen hohen Anteil an der Wertschöpfung hat. In einer aktuellen Studie der Cloud Security Alliance (CSA) unter 102 Banken gaben 32 Prozent der Befragten an, bereits eine Cloudstrategie zu haben. Weitere 62 Prozent arbeiten an ihrem Fahrplan Richtung Wolke. Ein großer Treiber ist der Kostendruck, der sich in einer Zeit anhaltender Niedrigzinsen für viele Institute verstärkt.

Gemessen an der tatsächlichen Umsetzung befindet sich die Finanzindustrie verglichen mit anderen Branchen noch in einer frühen Phase. Der Grund: Die viel beschriebenen Vorteile des Cloudcomputings stoßen in diesem Sektor auf besondere Herausforderungen. Experten sehen die Finanz-IT im permanenten Spannungsfeld zwischen Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit. „IT in der Bankbranche muss heute für weniger Geld mehr Leistung realisieren“, sagt Klage. „Cloudcomputing kann da helfen - aber wir müssen Zugeständnisse machen und können nicht alle Skalen realisieren.“

Als Dienstleister für eine Vielzahl von Sparkassen kann die FI zwar die einstmals vor Ort nötigen Server an zentraler Stelle virtualisieren. Trotzdem werden die Rechenzentren nicht optimal genutzt. Das Problem: „Wir wollen zwar eine Vollauslastung der Maschinen, brauchen aber trotzdem Barrieren, um Dominoeffekte in den Systemen zu verhindern“, sagt Klage.

Ein Lösungsansatz ist die Aufteilung in mehrere Clouds. So könnten Systeme für Geldautomaten und Bargeldauszahlungen am Schalter separat laufen. Auch regional lässt sich Infrastruktur splitten. Bei der Entscheidung muss der Auftraggeber abwägen: Wenn der Ausfallradius kleiner wird, steigen die Kosten.

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