Big Data: Wie der Ochs vorm Datenberg

 

Big Data
Wie der Ochs vorm Datenberg

Die systematische Analyse von Produktionsdaten erhöht die Wettbewerbskraft der Industrie. Der Berg an Informationen ist für die Unternehmen ein kostbares Gut. Den Wissensvorsprung zu nutzen, fällt dennoch vielen schwer.
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HamburgIn der Fertigungshalle des Metallverarbeitungsbetriebs TMS in der Nähe von Trier läuft fast alles automatisch. Ein Lasergerät schneidet Metallstufen für eine Baumaschine zu, daneben trennt ein Gerät Halterungen für den Fassadenbau aus einem Blech. Eine dritte Maschine fertigt Antirutschgitter, die für Außentreppen benötigt werden. Die Produktionsautomaten werden laufend mit Konstruktionsdaten gefüttert, fertige Teile schicken sie selbsttätig an ein angebundenes Hochregallager.

Eine automatisierte und vernetzte Fabrik wie diese erzeugt eine regelrechte Flut an Informationen: Sensoren überwachen die Arbeitsschritte. Maschinen kommunizieren mit anderen Maschinen. Der Datenberg, der dabei anfällt, ist ein kostbares Gut: Wer die einzelnen Infohappen miteinander verknüpfen kann und daraus Schlussfolgerungen zieht, kann Prozesse effizienter und flexibler gestalten sowie aussagekräftige Prognosen treffen. Mittelständlern fällt es aber oft schwer, den Wissensvorsprung zu nutzen.

Laut einer Studie der Beratungsfirma Pierre Audoin Consultants (PAC) sehen zwei Drittel der Produktionsleiter im industriellen Mittelstand die Welle an Informationen als "sehr große IT-Herausforderung". Über den Handlungsbedarf sind sich die meisten bewusst: "Das rasante Datenwachstum wird insbesondere in der Produktion zunehmend als drängendes Problem erkannt", sagt PAC-Berater Karsten Leclerque. Vor allem fertigungsnahe Prüfdaten und Qualitätskennzahlen sowie Datenmengen aus der Lager- und Transportlogistik müssten mit geeigneten IT-Lösungen bewältigt werden.

"Die Vernetzung der Produktion und der Logistik ist die Grundlage für die Verbesserung bestehender Fertigungsabläufe", sagt Klaus Bauer, Entwicklungsleiter für Basistechnologien bei dem Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf. Um diese Idee einer intelligenten Fabrik, die unter dem Schlagwort Industrie 4.0 diskutiert wird, in der Praxis umzusetzen sei die Verarbeitung großer Datenmengen "von zentraler Bedeutung", meint Berater Leclerque.

In einer Fabrikhalle von Siemens in der Oberpfalz wird die Herausforderung des Phänomens Big Data deutlich: 1995 wurden hier täglich 5 000 Daten erhoben, heute sind es mehr als 50 Millionen. Alle Maschinen sind online, für die Qualitätskontrolle gibt es mehr als 1000 Sensoren, für die Logistik im Werk mehr als 1000 Scanner.

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Frühwarnsystem für die Produktion

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