Cyber-Kriminalität
Datendiebe außer Kontrolle

Eine Studie zeigt: Firmen zweifeln zunehmend daran, ausreichend gegen Attacken aus dem Internet gewappnet zu sein. Das Selbstbewusstsein bröckelt - und das wiederum hat auch seine guten Seiten.
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Ist es Reflexion oder Resignation? Keiner weiß es. Fakt ist: Die Verantwortlichen in den Unternehmen haben bei ihrem Kampf gegen Angriffe aus dem Internet wachsende Zweifel am eigenen Tun. In einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat ein Viertel der befragten 500 deutschen Unternehmen Schwächen in der Reaktion auf Cyber-Attacken eingeräumt. 2013 war es lediglich ein Prozent.

Alexander Geschonneck, der Leiter des Bereichs Forensic bei KPMG, mag darin zunächst einmal keine Resignation erkennen. „Das Selbstbewusstsein der Firmen bröckelt. Das ist gut so, weil es gerade bei diesem Thema so wichtig ist, alles zu hinterfragen.“ Doch auch Geschonneck räumt ein, dass Cyberkriminalität ein Thema ist, das die Unternehmen niemals völlig kontrollieren können.

Dabei würde das erhebliche finanzielle Vorteile bedeuten. KPMG schätzt, dass in den zurückliegenden zwei Jahren alleine bei deutschen Unternehmen durch Cyberattacken ein Schaden von 54 Milliarden Euro entstanden ist. Berechnet wurden Umsatzausfälle, Folgekosten etwa für die Ermittlungsarbeit, aber auch Strafen für Täterfirmen.

Der Anteil der Firmen, die Opfer der sogenannten E-Crime wurden, sei in den zurückliegenden zwei Jahren von 26 auf 40 Prozent deutlich gestiegen, berichtet Geschonneck. KPMG steht mit solchen Prognosen nicht alleine. Auch der IT-Branchenverband Bitkom beklagt eine wachsende Zahl von digitalen Angriffen auf die Unternehmen. Vor allem kleinere und mittelgroße Firmen würden darunter leiden.

„Große Unternehmen sind zwar häufiger Angriffsziel, können die Attacken aufgrund ihrer personellen, finanziellen und technischen Ressourcen aber besser abwehren“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf vor einigen Tagen.

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