Deutsche Bahn
Staatskonzert erprobt „Bahn 4.0“

Die Deutsche Bahn entwickelt in ihrem Zukunftslabor d.lab Perspektiven für die digitale Welt. Die Start-up-Atmosphäre soll hier Kreativität wecken. das erste Ergebnis gibt es bereits: eine App für die Apple Watch.
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FrankfurtZugreisen könnten so schön sein: Das Smartphone vibriert so lange, bis der Bahnreisende genau an der richtigen Stelle des Bahnsteigs steht. Dort öffnet sich Minuten später die Tür zum ICE-Waggon mit dem reservierten Sitzplatz. Der Zug hat Verspätung? Kein Problem. Ein detaillierter Umsteige-Plan inklusive Alternativen mit Bus, Flugzeug oder Mietwagen kommt innerhalb von Minuten. Natürlich mit neuer Zeitkalkulation für die Ankunft am Zielort.

Doch zwischen Zukunftsvision und Alltagserfahrung liegen Welten. Hier der Traum von einer kundenfreundlichen digitalen Zeit, dort die graue Wirklichkeit mit gedruckten Fahrplänen, verspäteten Zügen und zugigen Bahnhöfen.

Dieser Gegensatz mag Grund dafür sein, dass die Deutsche Bahn ihre Zukunft ausgerechnet im Frankfurter Bahnhofsviertel plant. Dort, wo auf der anderen Straßenseite das heruntergekommene „Eros-Center“ neben der schummrigen Kneipe „Leierkasten“ steht. Das Zukunftslabor d.lab der Deutschen Bahn befindet sich hinter historischer Fassade, hier entwickelt und erprobt das ehemalige Staatsunternehmen die Bahn 4.0.

Konzernchef Rüdiger Grube hat nichts Geringeres als die Revolution ausgerufen. Die Digitalisierung werde das Bahnfahren genauso stark verändern wie die Bahnreform vor zwei Jahrzehnten. Damals wurde eine Behörde privatisiert, die neu entstandene Aktiengesellschaft auf Gewinn getrimmt. Jetzt geht es darum, aus dem Transportkonzern ein kundenfreundliches Unternehmen zu formen. Folglich erdenkt die Bahn nun Produkte, die dem Reisenden Orientierung geben sollen.

Eine erste Idee hat das Frankfurter Bahn-Labor bereits umgesetzt: die Bahn-App zur Apple-Uhr. Mit dem Verkaufsstart der Apple Watch vor einer Woche nahm auch der passende DB-Navigator seinen Dienst auf. Ein Blick auf das Handgelenk genügt, um den genauen Reiseverlauf in Echtzeit zu verfolgen, um sich über Verspätungen, Haltestellen von Straßenbahnen oder Bussen inklusive Abfahrtzeiten zu informieren. Das d.lab der Bahn ist noch jung, im Herbst vergangenen Jahres konnten die ersten Vor- und Querdenker einziehen.

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Start-up-Ambiente im Staatskonzern

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