Elektronikmesse Ifa
Mit Samsung in die virtuelle Realität abtauchen

Eine Brille mit Handyhalterung: Samsung kündigt auf der IFA seinen neusten Smartphone-Zusatz an. Die Brille Gear VR soll nicht nur das Blickfeld verändern, sondern auch die Art und Weise, wie wir Videos gucken.
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BerlinDas Smartphone ist heute schon ein Fast-Alleskönner. Geht es nach Samsung, soll es nicht nur Kamera, Spielkonsole und Navi ersetzen, sondern auch das Kino: Auf der Ifa in Berlin kündigte das Unternehmen die Brille Gear VR an, die Nutzer in eine virtuelle Realität versetzen soll. Als Display nutzt sie das neue Smartphone Note 4, die Software stammt von der Spezialfirma Oculus VR, die Facebook kürzlich für 2,3 Milliarden Dollar übernommen hatte.

Die Brille sieht aus wie eine Skibrille, die eine Halterung für das Smartphone hat. Mithilfe von Speziallinsen wird ein räumliches Bild erzeugt – wenn man den Kopf bewegt, verändert sich auch das Blickfeld. Das Gerät eignet sich beispielsweise für Videos oder Spiele. Es soll in diesem Jahr auf den Markt kommen, den Preis nannte das Unternehmen nicht.

Damit bringt Samsung als erstes Unternehmen ein modernes kommerzielles VR-Produkt auf den Markt. Die Oculus Rift ist derzeit nur als Entwicklerversion verfügbar, sie soll nächstes Jahr in den Handel kommen. Sony hat für sein Project Morpheus ebenfalls noch keinen konkreten Verkaufsstart genannt.

Samsung nutzt die IFA seit einigen Jahren, um neue Geräte vorzustellen. Wie erwartet zeigte der Hersteller eine neue Version seines Riesen-Smartphones Galaxy Note. Der Erfolg des Galaxy Note 4 dürfte richtungsweisend dafür sein, ob der Apple -Rivale seine Smartphone-Geschäfte wieder ankurbeln kann. Denn im zweiten Quartal sackte der operative Gewinn beim Branchenprimus auf ein Zwei-Jahres-Tief, da Samsung weltweit bei Smartphones Marktanteile verliert.

Ab Oktober soll das Galaxy Note 4 mit einem hochauflösenden Display, schnellerer Batterie-Ladezeit, einem Metallrahmen und einigen Sonderfunktionen die Kunden ködern. Bei einigen Branchenexperten stieß das Produkt trotz der Neuerungen zunächst auf Skepsis, da eine revolutionäre Innovation fehle. „Ich glaube, das meiste sind eher erwartbare Weiterentwicklungen“, sagte Thomas Husson von Analysehaus Forrester.

Auch das randlose Modell Note Edge stellte Samsung vor. Bei dem Modell ist das Display auf einer Seite abgerundet, so dass man auf E-Mails oder andere Apps zugreifen kann, ohne dass man etwa beim Anschauen eines Videos gestört wird. Zudem präsentierte der Konzern die Smartwatch Gear S, die mit einer eigenen SIM-Karte ausgestattet ist und sich so mit dem Internet verbinden kann.

Die Branche wartet schon gespannt, wie der große Rivale Apple nachlegt. Der US-Konzern hat die Presse für Dienstag eingeladen und dürfte dann ein neues iPhone vorstellen. Experten gehen davon aus, dass Apple als Reaktion auf die Strategie von Samsung seine Mobiltelefone mit einem größeren Bildschirm ausstattet. Unklar ist, ob Apple dann auch die seit langem erwartete Smartwatch vorstellen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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