Franz Fehrenbach
„Wir haben eine Riesenchance bei der Digitalisierung“

Es fehlt ein ganzheitliches Konzept zur wirksamen Förderung der Gründerszene, findet Franz Fehrenbach, der Chef des Bosch-Aufsichtsrats. Er fordert einen Pakt, um die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen zu können.
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Der Ort begeistert Franz Fehrenbach immer wieder aufs Neue. Kein Wunder: Der Blick aus den großen Fenstern des Hauses Heidehof über den Park der angrenzenden Bosch-Villa bis runter ins Tal auf Stuttgart ist wunderschön. Es ist ein inspirierender Flecken im Grünen. Nebenan hat Firmengründer und Erfinder Robert Bosch gelebt. Der richtige Ort, um mit Franz Fehrenbach über Gründer und Unternehmertum in Deutschland zu sprechen.

Herr Fehrenbach, Sie sind groß geworden in einem Konzern mit festen Regeln und Abläufen. Was fasziniert Sie an Start-ups, also an eher wilden Unternehmen?
In fast 40 Jahren bei Bosch habe ich mich selbst immer auch als Unternehmer im Unternehmen gefühlt. Ich habe immer so gehandelt, wie ich es getan hätte, wenn ich Eigentümer von Bosch wäre.

Aber es gibt doch riesige Kulturunterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen.
Für mich ist immer wieder beeindruckend, wenn ich sehe, mit welchem Elan und mit welchem kreativen Denken Jungunternehmer an die Sache rangehen. Diese Dynamik gibt es aber auch in großen Organisationen, obwohl der größte Feind des Fortschritts in Konzernen die Langsamkeit ist, die Bürokratie. Deshalb nehmen große Unternehmen oft neue Ideen raus aus der Linienorganisation und bilden eigene, unabhängige Bereiche, quasi interne Start-ups.

Was genau können Konzerne von Web-Firmen lernen?
Kreativität und Offenheit für Neues, sich die Freiheit zu nehmen, auch mal ganz quer zu denken. Großunternehmen haben funktionierende Prozesse. Das ist einerseits ein großer Vorteil, beispielsweise für die Produktqualität, andererseits kann das ein Hemmnis sein, wenn Ideen entstehen sollen.

Veranstaltungen wie die Gründerinitiative Weconomy bringen gestandene Manager und Jungspunde der Wirtschaft zusammen. Sollte es sie häufiger geben?
Sicher. Wir organisieren künftig zusätzlich zum Weconomy-Wochenende, das Nachwuchsunternehmer mit Managern zusammenbringt, dreimal im Jahr Workshops, in denen Jungunternehmer auf Fachexperten etablierter Unternehmen treffen. Dort arbeiten alle gemeinsam an den Themen, die die Start-ups am besten und schnellsten voranbringen.

Die Europäer beklagen sich seit einiger Zeit, das Internet werde von den Amerikanern beherrscht. Wie sehen Sie die Kräfteverhältnisse?
Die großen Plattformen im Internet werden dominiert von den Amerikanern. Das ist Fakt. Wir sollten auch nicht glauben, das noch richten zu können. Dieser Zug ist für Deutschland eigentlich abgefahren.

Sie sprechen über Giganten wie Google, Amazon, Facebook oder Apple. Welche Chancen bleiben da den ausmanövrierten Deutschen?

Wir haben eine Riesenchance bei der Digitalisierung, vor allem bei der Vernetzung, also der Verbindung von Hardware und Software. Hier hat Deutschland in wesentlichen Domänen eine Spitzenstellung, etwa in der Automobilwirtschaft oder im Maschinenbau. Uns muss es jetzt gelingen, die Start-ups, die bisher vor allem im IT- und Telekommunikationsbereich tätig sind, mit der Industrie zu verknüpfen.

Kommentare zu " Franz Fehrenbach: „Wir haben eine Riesenchance bei der Digitalisierung“"

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  • vor allem wird es wie die DAmpfmaschiene einst.....

    jede menge Arbeitskraft unnötig machen.....

    das erzählt man den leuten aber nicht....

    man sollte schon mal über eine alternative gesellschaft nachdenken... nicht das wir ein 2 tes Weimar bekommen

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