Google
Der Suchmaschinen-Gigant wird Autohersteller

Die ersten selbstfahrenden Autos von Google rollen ab diesen Sommer durch die Straßen des Silicon Valleys. Die neue Technologie könnte die Mobilität für Millionen von Menschen verändern. Doch es gibt rechtliche Hürden.
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San FranciscoTaxi- und Uber-Fahrer müssen jetzt ganz stark sein. Die ersten von Google gebauten selbstfahrenden Autos werden im Sommer auf den Straßen des Silicon Valleys erscheinen. Noch ist es ein Pilotprojekt, teilte Google am Freitag auf seinem Hausblog mit. Aber das wird sich irgendwann ändern. Derzeit bekommt das knuffige, zweisitzige Fahrzeug mit dem Spitznamen „Elefantenturnschuh“ herausnehmbare Pedale und ein Lenkrad spendiert, um den gesetzlichen Vorschriften zu genügen. Auch wird ein Testfahrer an Bord sein, um im Notfall eingreifen zu können.

Aber trotzdem werden wir im Sommer, wenn das Projekt startet, einen historischen Moment erleben, ist Thilo Koslowski, Vice President Automotive Practice Leader beim Marktforscher Gartner, sicher. „Google macht klar, dass Technologieunternehmen in der Lage sind, ganze Fahrzeuge zu bauen. Und sie werden es auch machen“, streicht er im Gespräch mit dem Handelsblatt die Auswirkungen für die klassische Automobilindustrie heraus.

Daneben werde beim Verbraucher Vertrauen in die Technologie geschaffen: „Wenn man die jeden Tag durch seine Stadt fahren sieht, sinkt die Hemmschwelle“, so Koslowski. „Irgendwann werden sie dann am Straßenrand Passanten einladen mitzufahren und irgendwann sind dann Fahrer, Pedale und Steuerrad auf einmal weg und niemanden stört es.“

Die 2014 erstmals vorgestellten Fahrzeuge und in Detroit gefertigten Kleinwagen in der Smart-Klasse sind auf eine Geschwindigkeit von maximal 25 Meilen/Stunde (40 km/h) gedrosselt und somit nicht für Autobahnen zugelassen. Aber das ist auch nicht das Ziel, wie Googles Auto-Chef Chris Urmson selbst darlegt. Man wolle einfach Menschen auf Knopfdruck selbständig von „A nach B“ bringen.

„Das könnte die Mobilität für Millionen von Menschen verändern“ so der Google-Manager. Ob es dadurch sei, dass man die Zahl der Unfälle senke, oder den Menschen „Milliarden von Stunden“ zurückgebe, die sie im Straßenverkehr vergeudeten. Das wären Milliarden von Stunden, die die Passagiere dann mit vorinstallierten Google-Dienste im Google-Auto verbringen können, nennt Analyst Koslowski die Vorteile für den Online-Werberiesen Google.

Heute muss man Bahn, Bus, Taxi oder Uber fahren, um sich anderen Dingen als dem Verkehr widmen zu können. Uber, der Taxikonkurrent aus San Francisco, ist längst eine Art „autonomer Taxidienst“, so Gartners Koslowski. „Man drückt einen Knopf auf dem Smartphone und ein Auto kommt. Wer der Fahrer ist, ist dabei egal.“ Und wenn am Ende gar kein Fahrer mehr drinsitzt, dann wird die Fahrt sogar noch viel billiger sein, streicht Uber-Chef Travis Kalanik selbst heraus.

Die Menschen seien der größte Kostenfaktor. Uber hat eine Kooperation mit der Carnegie Mellon-Universität abgeschlossen. Sie hat eine weltberühmte Abteilung für Roboter und autonome Systeme. Gerüchten zufolge ist Uber auch am Kartendienst „Here“ von Nokia interessiert. Das würde Sinn machen, glaubt Koslowski: „Wenn ich eine Flotte autonomer Autos betreibe, dann ist es existenziell zu wissen, wo sie sich befinden.“ Google hat mit Google Maps bereits einen enormen strategischen Vorteil. Unter den Interessenten für „Here“ sollen auch deutsche Autohersteller sein.

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  • und was hat der Fugen-Fertl die letzten 10 Jahre geschafft? 1.2 1.4 1.6 1.8 2.0 ....Motor. braucht man natürlich. bringt die Welt voran.

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