Hacker-Angriffe: Der Schutzwall der Unternehmen bröckelt

 

Hacker-Angriffe
Der Schutzwall der Unternehmen bröckelt

Hacker lassen sich kaum noch dauerhaft aussperren. Dennoch kümmern sich viele Unternehmen nicht ausreichend um den Schutz ihrer Daten und vertrauen auf herkömmliche Firewalls. Neue Abwehrstrategien sind gefragt.
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KölnBei Filmkritikern ist „The Interview“ mehrheitlich durchgefallen: Die CIA plant, Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong Un von einem Talkmaster ermorden zu lassen - selbst für eine Komödie ist das eine maue Story. Auf der Cebit dürfte der US-Streifen dennoch ein Thema sein. Er steht für einen der spektakulärsten Cyberangriffe überhaupt: Hacker hatten das Filmmaterial im November von den Servern des Filmstudios Sony Pictures gestohlen, gemeinsam mit Unmengen interner Daten. In der Folge hatte das Unternehmen wochenlang mit IT-Ausfällen zu kämpfen und musste umgerechnet 14 Millionen Euro allein für Fehleranalyse und direkte Folgekosten zurücklegen.

Der Vorfall zeigte einmal mehr: Hackerangriffe können heute enorme Schäden anrichten. Die Intel-Tochter McAfee schätzt die jährlichen Kosten durch Cyberkriminalität allein in den vier Ländern USA, China, Japan und Deutschland auf 200 Milliarden Dollar. In Deutschland entspreche die Schadensumme 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Trotz der alarmierenden Zahlen herrscht breite Zufriedenheit. So halten 90 Prozent der Sicherheitschefs ihre Abwehrmaßnahmen für wirksam. Das ergab eine internationale Befragung des Netzwerkausrüsters Cisco. Dabei werden sogar Standardmaßnahmen vernachlässigt: Nur 60 Prozent gaben an, ihre Systeme regelmäßig zu aktualisieren - und nur zehn Prozent der Internet-Explorer-Anwender in Firmen nutzen die aktuellste Version.

„Gerade in Deutschland wird die Bedrohung noch immer unterschätzt“, sagt Veit Siegenheim, Leiter des Bereichs Cybersecurity bei der IT-Beratung Capgemini in Deutschland. „Die Unternehmen fühlen sich gut gerüstet und glauben, dass die Auswirkungen eines Angriffs gering sind.“ Ein Grund: Aufsehen haben bisher vor allem Attacken auf US-Unternehmen erregt. Aus dem deutschen Mittelstand sind kaum Fälle bekannt.

Die Professionalisierung des digitalen Untergrunds stellt die Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen vor riesige Herausforderungen. Zwar haben sie in der Regel mit immer neuer Hard- und Software einen soliden Schutzwall aufgebaut. Doch in einer immer komplexeren IT-Landschaft wächst zwangsläufig die Zahl möglicher Sicherheitslücken.

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Größtes Problem: Schwachstellen in der Software

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