Leit-Artikel Smarte Zahnbürste Oral B Pro 7000
Schlauer Schrubber gegen den inneren Schweinehund

Die Vernetzung erreicht das Badezimmer: Eine elektrische Zahnbürste von Oral B funkt ans Smartphone, wie lange und gut man putzt. Plaque-Killer oder Killefit? Eine Zahnärztin hat den Hightech-Schrubber für uns getestet.
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DüsseldorfEin effizienter Plaque-Killer – oder technischer Killefit? Procter & Gamble hat eine elektrische Zahnbürste entwickelt, die sich mit dem Smartphone vernetzen lässt. Eine App zeigt an, wie ausdauernd man die Zähne putzt und ob man dabei zu viel Druck ausübt, den inneren Schweinehund bekämpft sie mit Erinnerungen und Smileys.

Was der Hightech-Schrubber bringt, haben wir eine Expertin gefragt: Dr. Verena Vehr arbeitet bei den Pluszahnärzten in Düsseldorf – sie weiß, was für die Zähne sinnvoll ist und welche Patienten besondere Motivation benötigen. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was kann die Zahnbürste?
„Als Zahnbürste leistet die Oral B 7000 gute Arbeit: Sie putzt die Zähne wunderbar sauber. Außerdem gibt es Programme zur Zungenreinigung und zur Mundspülung. Auf dem Smartphone oder einem kleinen Zusatzdisplay sieht man, welches Reinigungsprogramm gerade läuft, wie lange man schon putzt und wann man von einer Zahnreihe zur nächsten wechseln soll. Das Ding ist aber sehr laut, man hört es bei mir zu Hause durch die geschlossene Badezimmertür bis ins Wohnzimmer. Schallzahnbürsten sind viel leiser und leichter – die würde ich persönlich bevorzugen.“

Was bringt die Vernetzung?
„Die Zahnbürste zeichnet die Putzaktivitäten auf und funkt sie per Bluetooth aufs Smartphone – es gibt Apps fürs iPhone und für verschiedene Android-Geräte. Damit kann man Statistiken auswerten für den Tag, die Woche oder den Monat – das finde ich als Zahnärztin natürlich interessant. Mit der App kann ich auch das jeweilige Putzprogramm einstellen. Außerdem soll sie motivieren: Nach zwei Minuten steht dort: „Du hast dein Ziel erreicht!“, mit einem Smiley.“

Was kann das Gerät besser als andere?
„Grundsätzlich kann die Zahnbürste nichts, was man nicht auch mit anderen Mitteln erreichen könnte. Auch andere Geräte haben eine Uhr und zeigen an, ob man zu fest drückt. Was mir als Zahnärztin sehr gut gefällt: Wenn mir der Patient seine Daten zeigt, kann ich für ihn in der App individuelle Pflegetipps einstellen. Das können Hinweise sein, wie man Mundgeruch bekämpft, oder wie man die Entstehung von Karies verhindert.“

Verhindert die Zahnbürste falsches Putzen?
„Das Gerät kann helfen, ein paar wesentliche Punkte zur richtigen Zahnpflege einzuhalten. Die Putzdauer und Putzzonen werden angezeigt. Wenn man zu fest drückt, blinkt eine Warnleuchte auf. Wo genau die Bürste gerade arbeitet, zeichnet das Gerät aber natürlich nicht auf. Die Funktionen helfen definitiv, ersetzen aber nicht den Besuch beim Zahnarzt und die professionelle Zahnreinigung – dort werden Instruktionen gegeben, die auf einen zugeschnitten sind.“

Fazit: Lohnt sich der Kauf?
„Das Gerät ist funktionell gut, allerdings ist der Preis von 250 bis 280 Euro schon happig, selbst im Netz zahlt man noch knapp 200 Euro. Ich persönlich brauche keine App, die mich ans Zähneputzen erinnert. Aber die Erinnerungsfunktion könnte Putzmuffel schon motivieren. Gerade Jugendliche, die immer am Smartphone hängen.“

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