Neue Pläne
Snowden will Datenschutz-Software entwickeln

Seine Mission ist nicht beendet: Edward Snowden hat die NSA-Schnüffeleien enthüllt – jetzt will er eine neue Technologie entwickeln, um die Privatsphäre im Internet zu schützen. Unterstützung sucht er in der Hackerszene.
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DüsseldorfEdward Snowden will in Zukunft Technologie zum Schutz der Privatsphäre im Internet entwickeln. Er rief die Teilnehmer einer Hackerkonferenz in New York auf, die Rechte der Bürger technologisch in Programmen und Protokollen zu verankern. „Damit wird auch viel meiner zukünftigen Arbeit zu tun haben, und ich hoffe, ihr schließt euch mir an, das umzusetzen“, sagte er in einer Videoschalte aus Russland. Das Video von der Veranstaltung Hope X hat das Technologieblog Recode veröffentlicht.

Snowden rechtfertigte einmal mehr seine Enthüllungen. Die Amerikaner hätten bislang kaum eine Ahnung davon gehabt, wie weit die Regierung ihr Netz auswerfe, um an Informationen zu gelangen. Die Überwachungsprogramme hätten das Ziel, alle Menschen auf einer globalen Basis zu überwachen. Es handle sich dabei um eine ungerechtfertigte Sammlung von Informationen, die gegen die amerikanische Verfassung verstoße.

Ein „wichtiger erster Schritt“ gegen Überwachung sei Verschlüsselung – das allein reiche jedoch nicht aus, da sie den Inhalt geheim halte, nicht aber die Verbindungen der Kommunikationspartner. Daher bedürfe es neuer Protokolle und Infrastrukturen, um die Privatsphäre zu schützen.

Auch an der Nutzerfreundlichkeit der Programme müsse gearbeitet werden. So sei die Verschlüsselungs-Software PGP zwar robust und verlässlich, aber: „Unglücklicherweise ist sie fast unbrauchbar.“ (Mögliche Auswege zeigt der Text „Verschlüsselung gegen die dunklen Künste“ auf.)

Um mehr Datenschutz zu erreichen, bedarf es nach Ansicht des Whistleblowers einer gemeinschaftlichen Anstrengung. „Wir brauchen Leute, die diese Systeme angreifen (...) und versuchen, die Löcher zu finden, damit wir diese schließen können“, sagte er laut dem Technologieblog Techcrunch.

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter hatte im vergangenen Sommer mit seinen Enthüllungen über die Überwachungspraxis der NSA die Geheimdienstaffäre ausgelöst. Derzeit hält er sich in Russland auf, wo er Anfang Juli um die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung gebeten hat.

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