Schutz vor Cyberkriminellen
Mehr Sicherheit durch einzigartige Passwörter

Viele Computernutzer entwickeln erst ein Bewusstsein für IT-Sicherheit, wenn sie selbst Opfer von Internetkriminalität geworden sind. Dabei reichen schon einige einfache Maßnahmen, um Hackern das Leben schwer zu machen.
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BerlinAbsolute Sicherheit gibt es im Internet genau so wenig wie im richtigen Leben. Im Gegenteil: Hacker werden immer raffinierter und stehlen millionenfach Datensätze. Dagegen sollte man sich mit einem starken Passwort schützen.

Dabei gilt: Namen und Begriffe aus dem echten Leben sind tabu. Denn „Hacker haben Werkzeuge, die vollautomatisch alle möglichen Zeichenkombinationen ausprobieren oder ganze Wörterbücher testen“, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI).

Allerdings haben viele Menschen bei der Wahl der richtigen Passwörter Schwierigkeiten. Nicht selten wird ein einziges Passwort für zehn Konten genutzt. Wie soll man sich auch mehrere Passwörter merken, die wie empfohlen mindestens acht, besser zwölf Zeichen lang sind und dazu Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen enthalten?

Des Rätsels Lösung sind Merksätze, mit denen man sich eine Eselsbrücke baut, so das BSI. „Mein Passwort hat zwölf Zeichen und ist 99-prozentig sicher“, wird dann zu „MPh12Z&i99%s“. Mit dieser Systematik lässt sich solch ein Passwort für jeden Dienst erweitern. Aus „Mein Ebay Passwort hat...“ wird „MEPh...“, aus „Mein Facebook Passwort hat...“ wird „MFPh...“ und so weiter. Ändert man Satz und Passwort dann noch alle drei Monate, fährt man relativ sicher. (Achtung: Benutzer sollten die hier genannte Beispiel nicht anwenden. Ein persönlicher Merksatz bietet mehr Sicherheit.)

Eine Alternative dazu sind Passwortmanager. „Sie speichern eine Vielzahl von Zugangsinformationen wie Benutzername plus Passwort verschlüsselt ab“, sagt Marc Fliehe vom IT-Verband Bitkom. Der Benutzer muss sich dann nur noch ein starkes Masterpasswort merken. Die verschlüsselten Passwörter liegen entweder auf dem eigenen PC, einem USB-Stick oder im Netz bei einem Cloud-Anbieter. Dann kann man von zu Hause und bei der Arbeit darauf zugreifen.

Liegt die verschlüsselte Datei mit den Passwörtern auf einem USB-Stick, kann man den Manager nur nutzen, wenn der Stick im Computer steckt. Bei der Nutzung mehrerer Rechner muss das Programm auch auf jedem Gerät installiert sein. Um das zu umgehen, gibt es portable Passwortmanager. Hier liegt nicht nur die Passwortliste sondern auch das Programm selbst auf dem USB-Stick. Damit sind die Passwörter theoretisch auf jedem Rechner verfügbar.

„Wenn man ganz sicher gehen will, sollte man seinen Passwortmanager nur auf Computern nutzen, denen man vertraut und die vor Schadsoftware wie Viren, Trojanern oder Keyloggern geschützt sind“, schränkt Marc Fliehe ein. Keylogger sind Programme, die Tastatureingaben auslesen und weitermelden können. „Damit sind die eigenen Passwörter gefährdet, sobald man den Passwortmanager nutzt und sein Masterpasswort eingegeben hat“, sagt Fliehe.

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Mehr Komfort führt zu weniger Sicherheit

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