Vernetzung: Alles eine Frage der Sicherheit

 

Vernetzung
Alles eine Frage der Sicherheit

Die Vernetzung von Industrie und städtischer Infrastruktur erfordert Schutzmaßnahmen. Experten prophezeien: Die Zahl der Sicherheitslücken wird steigen. Viele Anlagen seien zu alt für die Vernetzung.
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HannoverVier Bildschirme, ein langer Schreibtisch und auf der riesigen Schalttafel eine ganze Stadt im Blick: ihre Solarkraftwerke, Strom- und Wasserleitungsnetze, Mobilfunkmasten, Ampelschaltungen und die Fahrzeuge der Müllabfuhr. Was der Verbindungs- und Automatisierungsspezialist Phönix Contact modellhaft auf der Hannover Messe zeigt, könnte schon in naher Zukunft gelebte Realität sein. Alles ist miteinander vernetzt, tauscht untereinander Daten aus, steuert sich weitgehend selbst - alles wunderbar umwelt-, energie- und ressourcenschonend.

Die Vernetzung der Versorgungssysteme ganzer Städte ist nur die logische Weiterentwicklung des zentralen Themas der größten Industriemesse der Welt: der Verbindung von Industrie, IT und Internet. Doch hier wie dort schwebt über der Vision die Ungewissheit darüber, wie sicher solche Netzwerke sind, wenn sie sich immer stärker ausbreiten, mehr Bereiche und Akteure umfassen. „Die Zahl der Sicherheitslücken wird in Zukunft stark ansteigen“, ist der Experte Udo Schneider vom japanischen IT-Sicherheitsdienstleister Trend Micro überzeugt.

Das gilt für die digitale Spionage wie für Cyber-Kriminelle, die aus Angeberei, Mutwillen oder weil sie eine Erpressung planen, in fremde Netze eindringen, dort Daten zerstören oder verändern. „Es werden jetzt Industrieanlagen ans Internet gehängt, die dafür nicht konzipiert wurden“, sagt Schneider. Diese dann zu knacken sei letztlich nur eine Frage des Aufwands. Vernetzung sei vor ein paar Jahren für die Produktions-IT noch gar kein Thema gewesen. Viele Steuerungsanlagen in Produktionswerken seien zu alt oder nicht entsprechend ausgestattet, um den neuen Anforderungen zu entsprechen.

Den Unternehmen dämmere erst langsam, welche Konsequenzen das für sie hat, sagt der IT-Experte des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung Timo Leimbach. „Die haben alles ans Internet geklemmt, ohne groß darüber nachzudenken.“ Inzwischen habe aber in den Chefetagen und IT-Abteilungen ein gewisses Umdenken stattgefunden, weil das Bewusstsein für die Bedrohungslage zugenommen habe. „Anlagen, die nicht unbedingt ans Netz gehören, werden inzwischen wieder runtergenommen“, sagt Leimbach.

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