Zulieferindustrie
Roboterfahrzeuge mit „Bosch inside“

Die großen deutschen Zulieferer Bosch, Continental und ZF profitieren vom Trend zum automatisierten Fahren. Bosch ist das einzige Unternehmen, das Fahrzeuge auf deutschen Straßen testet.
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StuttgartRoboterautos sind vollgestopft mit Sensoren, Chips und Steuerungen. Bosch baut alle drei Komponenten selbst. Parallel dazu erproben die Schwaben ein Roboterauto in Kalifornien.

Conti lieferte beispielsweise die Kameratechnik für das Versuchsfahrzeug von Daimler, das bereits zur IAA 2013 autonom die Strecke von Mannheim nach Pforzheim fuhr. Die Elektrolenkung des Tesla ist von ZF Lenksysteme.

Noch sind die Zulieferer weit davon entfernt, dass die Autokonzerne "Bosch inside" auf ihre Autos schreiben müssen, wie es der Chiphersteller Intel bei Computern vorgemacht hat. Aber die Spezialisten geben sich selbstbewusst. Elektroautohersteller und Internetgiganten sehen sie nicht als Gefahr. "Tesla und Google betrachte ich als Kunden von Bosch", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner erst kürzlich in einem Handelsblatt-Interview.

Über den Zulieferanteil herrscht Stillschweigen. Aber sowohl beim Roboterauto von Google wie auch beim jetzt vorgestellten Tesla war der weltgrößte Autozulieferer mit von der Partie. Alle Weiterentwicklungen der Fahrerassistenzsysteme gelten als Zwischenschritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren.

Bei der neuen S-Klasse hat Daimler einen eigenen Stauassistenten eingebaut, vertraut aber dabei auf Sensoren von Bosch und Continental. Anfang 2015 wird ein Autohersteller erstmals einen Stauassistenten komplett von Bosch einbauen, der das Fahrzeug bis zu Geschwindigkeiten von rund 60 km hmit dem notwendigen Abstand zum Vordermann in der Spur hält. Zur gleichen Zeit wird Bosch das voll automatisierte Einparken ermöglichen, bei dem der Fahrer neben dem Fahrzeug steht und es mit dem Smartphone steuert.

Richtig spannend wird es ab 2018, wenn mit einem Autobahnpiloten hochautomatisiertes schnelles Fahren möglich sein wird, bei dem der Fahrer sich während der Fahrt mit anderen Dingen als Lenken und Bremsen beschäftigen kann.

Das Rennen um das automatisierte Fahren wird von Elektronik und vor allem von der besten Software bestimmt. Deshalb bauen alle Autozulieferer ihre Kompetenz hier deutlich aus. Allerdings wird es noch bis weit in die nächste Dekade dauern, bis Autopiloten auch in Innenstädten möglich sind. Viele rechtliche und versicherungstechnische Fragen sind noch zu klären.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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