Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

BDI und DIHK
Wirtschaftsverbände zweifeln am Klimavertrag

Der globale Klimavertrag steht. Umweltverbände feiern das Abkommen als Startschuss für die weltweite Energiewende. Die Weltwirtschaftsverbände BDI und DIHK sind skeptisch – und kritisieren das Fehlen bindender Ziele.

ParisWie wichtig Symbole in der Politik sein können, das weiß Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nur zu gut. Am Samstag kurz nach elf Uhr, eine halbe Stunde bevor der französische Außenminister und Leiter der Klimakonferenz, Laurent Fabius, seinen letzten und finalen Textvorschlag präsentieren wollte, lud Hendricks’ Pressestelle zu einem „spontanen“ Bildtermin der sogenannten Koalition der Ambitionierten ein, eine heterogene informelle Gruppe, die sich in Paris aus 79 Entwicklungsländern, den USA, der EU und Brasilien gebildet hatte, um die sonst so starren interessengeleiteten Koalitionen ein wenig aufzuweichen.

Arm in Arm wanderten die obersten Vertreter dieser Koalition in den Plenarsaal, vorbei an laut klatschenden Konferenzteilnehmern. „Wir sind uns einig“, das war die Botschaft dieser Bilder.

Zuvor waren massive Spannungen aufgetreten – vor allem bei der Frage nach Finanzhilfen für Entwicklungsländer und danach, wer diese trägt. Das nun verabschiedete Abkommen ist „ausgewogen – und in diesem Sinne das Beste, was verhandelt werden konnte“, so Fabius. Umweltverbände feierten den Vertrag als Startschuss für eine weltweite Energiewende. „Jetzt steht der Kohleausstieg in Deutschland wie auch in anderen Staaten mehr denn je auf der Tagesordnung“, sagte WWF-Klimaexpertin Regine Günther.

Die Staaten legten sich darauf fest, die Erderwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit unterhalb von zwei Grad zu halten, besser noch, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das dürfte allerdings schwierig sein, denn bislang befindet sich die Welt eher auf einem Drei-Grad-Pfad. „Das Ziel, die Erd‧erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist schon sehr ambitioniert – und ohne negative Emissionen kaum machbar“, sagte Klimaökonom Ottmar Edenhofer dem Handelsblatt. Bei den negativen Emissionen geht es darum, der Atmosphäre CO2 zu entziehen, etwa durch Aufforstung oder indem man Biomasse anbaut, diese zur Verstromung verbrennt und das dabei entstehende CO2 abscheidet und unterirdisch lagert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%