Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Energieintensive Branchen
Klimaschutz stellt Industrie vor Probleme

Energieintensive Firmen sehen ihre Produktion durch Verschärfungen beim Emissionshandel gefährdet. Vor allem die Unternehmen aus der Stahl-, Papier-, Aluminium- oder Zementbranche sorgen sich um Hunderttausende Jobs.

DüsseldorfDie energieintensiven Branchen in Deutschland und Österreich wie Stahl, Chemie, Papier, Aluminium oder Zement sorgen sich angesichts der geplanten Verschärfungen beim Klimaschutz um ihre Existenz und somit um Hunderttausende Jobs.

„Die Entwicklung einiger Standortfaktoren in den vergangenen Jahren deutet darauf hin, dass die bislang starke Stellung der Industrie in beiden Ländern gefährdet ist“, heißt es in einer Studie des Handelsblatt Research Institute. Zwar seien bislang noch keine öffentlichkeitswirksamen Schließungen von Unternehmen oder deren Verlagerung ins Ausland zu beobachten. „Ein solcher Prozess kann sich aber auch schleichend vollziehen.“

An vorderster Front sieht sich die Stahlindustrie in beiden Ländern bedroht. So möchte die Europäische Union (EU) ab 2019 dem Emissionshandel rund 1,5 Milliarden CO2-Zertifikate entziehen. Das könnte den Preis deutlich steigen lassen. Die Branche fürchtet einen Anstieg auf rund 30 Euro pro Tonne CO2. Aktuell liegt der Preis bei rund sieben Euro. Ab 2021 sind dann weitere Verknappungen geplant. Außerdem sollen die bisher erlaubten Ausnahmen für besonders energieintensive Industrien stark beschränkt werden. Mit der Reform des Emissionshandels will die EU ihren Beitrag zur Verringerung der Treibhausgase leisten.

Bislang zahlen viele Unternehmen dieser Branchen kaum oder gar nichts für die Verschmutzungsrechte, da sie Ausnahmeregelungen geltend machen können oder weil wegen der schwachen Absatzentwicklung in den vergangenen Jahren noch überschüssige Zertifikate vorhanden sind. Ab 2017/18 würden aber hohe Zusatzbelastungen fällig, sollten die Pläne umgesetzt werden.

Allein die Stahlhütten in Deutschland fürchten zusammen mit voraussichtlich steigenden Strompreisen für die Industrie eine zusätzliche finanzielle Belastung bis 2030 von einer Milliarde Euro pro Jahr. „Das ist für die Stahlindustrie existenzgefährdend“, sagte jüngst der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Dieses drohende Kostenszenario spiegelt sich inzwischen auch in den Investitionsentscheidungen vieler Unternehmen wider.

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Klimaschutz stellt Industrie vor Probleme

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