Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Energiewende-Index
Ökostrom gewinnt an Schwung

Können die im Energiesektor bis 2020 angepeilten Ziele noch erreicht werden? Diese Frage untersucht der Energiewende-Index, der im September veröffentlich wurde. Wo wir auf Kurs sind und wo es noch schleppend verläuft.

KölnDer Umbau des Energiesektors in Deutschland schreitet langsamer voran, als von der Bundesregierung angestrebt - das stellt die Unternehmensberatung McKinsey in ihrem Anfang September veröffentlichten Energiewende-Index fest. 15 Indikatoren werden untersucht, um zu ermitteln, ob die bis 2020 angepeilten Ziele noch erreicht werden können. In neun Fällen sei dies unrealistisch.

Zwar ist die Energiewende laut Index etwa beim Ausbau der Photovoltaik sowie der Transportnetze auf Kurs. Die Reduzierung von Kohlendioxidausstoß und Energieverbrauch jedoch läuft zu schleppend. Auch die Errichtung von Windparks vor der Küste gehe zu langsam voran, urteilt McKinsey-Direktor Thomas Vahlenkamp.

Tatsächlich produzierten Offshore-Windanlagen im vergangenen Jahr gerade einmal 1,2 Milliarden Kilowattstunden Strom - ein Anteil von 0,2 Prozent an der gesamten Erzeugung. Immerhin wächst der Beitrag: „2015 wurden mehrere neue Offshore-Windparks ans Stromnetz angeschlossen, die hohe Erträge liefern“, sagt Patrick Graichen, Direktor der Stiftungsinitiative Agora Energiewende.

Viel höher liegt die Ausbeute bei Windrädern an Land, die 2014 mit 51,2 Milliarden Kilowattstunden die ertragsstärksten Lieferanten von Ökostrom waren. Die Bedeutung nimmt noch zu. Laut Agora Energiewende produzierten Windkraftanlagen vor der Küste und im Binnenland im ersten Halbjahr 2015 schon 40 Milliarden Kilowattstunden Strom. Viele neue Windkraftanlagen an Land seien erst zum Jahresende hin ans Netz gegangen, sagt Graichen. „Und schließlich war 2015 bislang ein gutes Windjahr.“

Kann die Windenergiebranche künftig ihren Beitrag zur Energiewende mit Innovationen oder neuen Standorten erhöhen? Es ist eine der wichtigen Zukunftsfragen.

Thomas Mersch
Thomas Mersch
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
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