Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Energy Awards And the Winners are...

Bereits zum dritten Mal wurden in Berlin die begehrten Energy Awards verliehen. Die innovativen Lösungen und engagierten Gestalter der Energiewende ernteten viel Lob - nicht nur von ihren Laudatoren.
Nach der Preisverleihung wurde zu Lounge- und Tanzmusik auch noch das Tanzbein bei den Energy Awards 2015 geschwungen. Quelle: Marc-Steffen Unger
Die Party ist eröffnet

Nach der Preisverleihung wurde zu Lounge- und Tanzmusik auch noch das Tanzbein bei den Energy Awards 2015 geschwungen.

(Foto: Marc-Steffen Unger)

Berlin Die zweite Phase des Umbaus der Energieversorgung hat begonnen. „Die Energiewende ist keine Kostenfrage mehr“, stellte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, am Donnerstag bei der Verleihung der Energy Awards in Berlin fest. Die Erneuerbaren sind im Markt, bis 2027 werden sie 50 Prozent des Stroms in Deutschland erzeugen. Es gehe nun darum, Angebot und Nachfrage zu synchronisieren. Es geht um Kommunikation.

Ganz passend wurden die diesjährigen Awards im Berliner Kommunikationsmuseum verliehen: Fünf Preise für fünf Pioniere, Querdenker und Innovatoren - und ein Ehrenpreis. Die Umstellung der Energieversorgung sei eine große Aufgabe, erklärte Baake. „Die Energiewende braucht Menschen wie Sie, die diese Herausforderung annehmen“, lobte er. Menschen etwa wie Christian Deilmann, Johannes Schwarz und Valentin Sawadski, Gründer des Unternehmens Tado. Mit einem kleinen Gerät und einer App sorgen sie dafür, dass eine Heizung nur dann heizt, wenn man auch wirklich zuhause ist. Das spart Energie und Geld.

Für ihre Idee wurden sie nun von der Energy Academy mit dem Energy Award in der Kategorie Smart Home ausgezeichnet. Die Gründer haben große Ziele. „Wir wollen alle Heizungen ins 21 Jahrhundert bringen“, sagte Deilmann. „Der Award bringt uns ein Stückchen weiter an dieses Ziel“. Die Laudatio hielt Lars Hinrichs, Gründer des Business-Netzwerks Xing. Sein neuestes Projekt: Ein komplett durchdigitalisiertes Mehrfamilien-Mietshaus in Hamburg. „Smart Home wird immer mehr zur Lebenseinstellung“, hat er beobachtet.

Ausgezeichnet: Das sind die Gewinner der Energy Awards 2015
Energy Awards 2015
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Bereits im Juli hat die Jury der Energy Awards in den Verlagsräumen des Handelsblatts in Düsseldorf getagt und die Nominierten 2015 gewählt. Über 100 Bewerber hatten ihre Ideen für die fünf Kategorien Start-up, Industrie, Smart Home, Mobilität sowie Utilities und Stadtwerke eingereicht. Die Branchen-Preise prämieren Ideen und Menschen, die das Megaprojekt Energiewende voranbringen.

Energy Academy
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Jeweils drei Kandidaten pro Kategorie fieberten der Preisverleihung entgegen, bei der am gestrigen Donnerstag 200 Mitglieder der Energy Academy die finalen Gewinner ausgewählt haben. Die Preisträger im Überblick.

Aquakin: Blue Freedom – Kleinstwasserkraftwerk
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Preisträger der Kategorie Start-up
Energie aus der Natur – das verspricht das Kleinstwasserkraftwerk Blue Freedom des deutschen Unternehmens Aquakin, das 2013 in Fürth gegründet wurde. Was das Gerät kann? Beispielsweise den Handyakku aufladen, wenn Sie in der Natur unterwegs sind – zumindest so lange fließendes Wasser mit mindestens 20 cm Tiefe in der Nähe ist. Dann wird das Mini-Kraftwerk, das gut 400 Gramm wiegt, per USB-Port mit dem Handy oder anderen Gadgets verbunden und wieder – beim Smartphone dauert es gut eine Stunde – aufgeladen. Mit diesem Wasserkraftwerk in Rucksackgröße gehört der Erfinder Benedikt Schröder (links im Bild) mit seinem Team nicht nur zu den stolzen Gewinnern des diesjährigen Energy Awards, sondern auch schon zu den Siegern des Gründerwettbewerbs Weconomy, den das Handelsblatt gemeinsam mit dem Firmennetzwerk Wissensfabrik und dem Gründerzentrum „UnternehmerTUM“ der TU-München jährlich ausschreibt. 249 Euro soll der portable Stromproduzent, den es bislang nur als Prototypen gibt, künftig kosten.
(Im Bild v.l.n.r.: Benedikt Schröder, Leif Schoeller, Stephan Pacardo und Benedict Padberg)

Sunfire: Brennstoffzelle und Elektrolyse in einer Anlage
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Preisträger der Kategorie Industrie

Die Firma Sunfire startete 2010 mit drei Gründern und arbeitet heute mit 70 Mitarbeitern in Dresden an zukunftsweisender Energietechnologie. Sunfire entwickelt und produziert Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC) und Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC). Etwas weniger kompliziert klingt die Vision des mittelständischen Unternehmens so: Ziel ist es, Wasser aus den Ozeanen und CO2 aus der Luft durch Nutzung regenerativer Elektrizität in Flüssigkraftstoffe (Power-to-Liquids) und Gase (Power-to-Gas) umzuwandeln. Gegründet wurde das Unternehmen von Carl Berninghausen, Christian von Olshausen und Nils Aldag (v.l.n.r.). Unterstützt wird das Unternehmen von Business Angels, Bilfinger Venture Capital, dem ERP Startfonds der KfW, Total Energy Ventures sowie der EDF Group und der Allianz. Die Jury überzeugten die Gründer mit ihrer Reversiblen Elektrolyse, die Brennstoffzelle und Elektrolyse in einer Anlage vereint.

Kreisel Electric GmbH: Lithium-Ionen-Batterietechnologie
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Preisträger der Kategorie Mobilität

Schon seit über 35 Jahren ist der Österreichische Familienbetrieb Kreisel Electric GmbH darauf spezialisiert, konventionell angetriebene Fahrzeuge von ihrem Verbrenner-Antriebsstrang zu befreien und stattdessen mit effizienten Elektroantrieben und Lithium-Ionen-Batterien zu bestücken, die wesentlich kleiner und leichter als herkömmliche Batterien sind. Für ein gemeinsames Ziel verbinden die Brüder Johann, Markus und Philipp Kreisel (v.l.n.r.) ihre unterschiedlichen Talente. Philipp ist der Maschinenbautechniker, Johann Elektroniker und Markus bringt seine kaufmännische Ausbildung ins Team. Ihre Batterietechnologie ermöglicht es, Elektrofahrzeuge in gewissen Anwendungsgebieten wirtschaftlich und umweltfreundlich zu betreiben. Speziell für Logistikdienstleister und Taxiunternehmer wurden zwei Demo-Fahrzeuge entwickelt, beispielsweise der Kreisel eCaddy mit einer Reichweite von bis zu 350 Kilometern oder der eSprinter mit bis zu 300 Kilometern Reichweite. Beide werden jeweils in einer Kleinserie von 500 Stück produziert. Die Experten der Energy Academy überzeugte das Unternehmen mit der Kreisel Traktionsbatterie, die ein Gewicht von nur 4,1 kg/kWh hat. Wir möchten Sie nicht mit technischen Details überfordern. Sagen wir es so: In dieser Gewichtsklasse darf man das wohl als einen Durchbruch und ein Novum auf dem Markt bezeichnen.

Tado GmbH: Automatische Heizungsregelung mit Hilfe einer App
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Preisträger der Kategorie Smart Home
Punktgenau heizen oder kühlen: Christian Deilmann vom Münchner Start-up Tado will mit seiner App Heizkörper und Klimaanlagen besser steuern. Die intelligente Nutzung soll die Kosten um bis zu 30 Prozent senken. Das Technologieunternehmen hat einen smarten Heizungsregler entwickelt. Sind die Bewohner da, sorgt er für angenehme Temperaturen. Sobald der letzte geht, wird automatisch runtergedreht. Tado hat große Ziele: „Es ist ein unaufhaltsamer Trend, dass alle Produkte digital werden“, ist der Gründer überzeugt. „Unsere Mission ist es, die vielen alten Heizungen ins 21. Jahrhundert zu bringen.“ Es ist eine Kampfansage an die traditionellen Hersteller von Heiz- und Klimatechnik. Auch wenn das Unternehmen einen Kasten verkauft, der an den Heizkessel montiert wird: Im Mittelpunkt steht die Software. Sie übernimmt die Kontrolle des Brenners. Ein Algorithmus berechnet zudem, wie lange es dauert, die Räume zu beheizen, wenn die Bewohner nach Hause kommen. Auch das Wetter bezieht er dabei ein. Die Anschaffungskosten von 250 Euro sollen sich binnen einem Jahr amortisieren.

Stadtwerke Wolfhagen GmbH: Genossenschaftliche Erzeugung von erneuerbaren Energien
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Preisträger der Kategorie Utilities und Stadtwerke

Eine Stadt auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune. Wäsche waschen, wenn die Sonne scheint und spülen, wenn Wind weht: Der Energieversorger Stadtwerke Wolfhagen, an denen die Bürger direkt beteiligt sind, testet - noch bis April 2017 - ein intelligentes Energiesystem, mit dem sich Haushaltsgeräte automatisch an die Wolfhager Wind- und Solarkraftbedingungen anpassen. Auch in der Testphase mit ausgewählten Haushalten ist ein Stromtarif-Modell, in dem sich mehrmals am Tag der Strompreis ändert - je nachdem, wie die Bedingungen gerade sind. Produzieren Sonne und Wind also so viel Strom, dass Überschüsse zu erwarten sind, ist der Preis niedrig. Bei hohem Verbrauch und geringer Erzeugung koste der Strom hingegen mehr. Schon 2008 beschloss Wolfhagen bis zum Jahr 2015 regenerativ vor Ort so viel Strom zu erzeugen, wie in der Stadt verbraucht wird und den Bedarf vollständig aus erneuerbaren Energien wie beispielsweise dem Bürgerwindpark zu decken.

(Im Bild v.l.n.r.: Wilfried Steinbock, Markus Hunziker und Martin Ruehl von den Stadtwerken Wolfhagen)

Es war bereits das dritte Mal, dass die Energy Academy, eine von Handelsblatt und General Electric (GE) initiierte Organisation, die Energy Awards verliehen hat. „Die Einsendungen werden mit jedem Mal besser. Das ist für uns eine Verpflichtung, weiterzumachen“, schwärmte Handelsblatt-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs. „Es gibt viele Innovationen, die wir fördern müssen“, stellte GE-Europachef Stephan Reimelt fest.

Eine Schlüsselrolle bei der Energiewende kommt auch der Mobilität zu. Die Energy Academy fasst diesen Begriff sehr weit, auch neue Konzepte, wie etwa Car-Sharing-Plattformen gehören zur neuen Mobilität, erklärte der Laudator für den Energy Award in der Kategorie Mobilität, Michael Salcher von der Unternehmensberatung KPMG. Nominiert waren die Firma Terberg Nordlift für ihre Terminal-Zugmaschinen mit vollelektrischem Antrieb, die Wiener Stadtwerke und der ÖBB Personenverkehr für ihre 'smile'-App, die als Mobilitätsplattform die verschiedensten Verkehrsmittel kombiniert und Kreisel Electric, die den Preis mit nach Hause nehmen konnten. Die drei Brüder Philipp, Johann und Markus Kreisel haben eine Lithium-Ionen Batterie für Elektrofahrzeuge auf Basis von Rundzellen entwickelt. Die Jury überzeugte die zuverlässige Schnellladung, die flexible Anpassung an das Fahrzeug, die hohe Reichweite und die schnelle und effiziente Herstellung der Batterie.

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