Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Erderwärmung
Zwei Grad sind noch zu viel

Vom Klimawandel bedrohte Staaten kämpfen in Paris ihren eigenen Kampf. Die meisten davon sind Archipele, Länder mit vom Anstieg der Meerespegel gefährdeten Regionen. „Für Millionen Menschen bedeutet das Leben oder Tod.“

ParisDas Ringen um ein ehrgeiziges Abkommen für den Klimaschutz wird gerne als eines zwischen „reichen“ und „armen“ Staaten beschrieben. Falsch, findet Saleemul Huq aus Bangladesch: „Es ist eine Auseinandersetzung zwischen Arm und Reich, auch in den sogenannten armen Ländern.“ Huq leitet den wissenschaftlichen Beraterkreis der 43 am stärksten von den Folgewirkungen der globalen Erwärmung bedrohten Staaten.

Die meisten von ihnen sind Archipele, Länder mit großen, vom Anstieg der Meerespegel gefährdeten Regionen oder afrikanische Länder, die unter Trockenheit sowie extremen Wetterereignissen leiden. Am Montagnachmittag legte die Gruppe, die derzeit von den Philippinen geführt wird, ihre Anliegen und Erwartungen vor.

„Wir haben hier in Paris eine einzige Forderung: Der Temperaturanstieg muss nicht auf zwei Grad, sondern auf anderthalb Grad begrenzt werden“, sagte Huq im Konferenzzentrum von Le Bourget dem Handelsblatt. Der Unterschied sei entscheidend: „Zwei Grad oder mehr bedeutet, zu akzeptieren, dass 100 Millionen Menschen ihre Existenzgrundlage, wenn nicht ihr Leben verlieren.“

Bislang reichen die nationalen Verpflichtungen der Staatengemeinschaft nicht einmal dafür, das Ziel von zwei Grad zu erreichen, da scheint ein noch ehrgeizigerer Wert doch unmöglich? Die Frage bringt den eloquenten Professor in Rage: „Sagen Sie nicht unmöglich, sagen Sie: politisch nicht gewollt.“ Die Welt habe alles, um die 100 Millionen direkt bedrohten Menschen zu retten: „Wir haben die Finanzierung, wir haben die Technik, was wir nicht haben, ist der politische Wille.“

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