Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Heizöl wird knapp
Schweizer beten um Regen für den Rhein

Der Rhein leidet unter der Trockenheit der vergangenen Monate, er führt extrem wenig Wasser. Nun fürchten die Schweizer um ihr Heizöl für den Winter, denn die Tankschiffe von der Nordseeküste kommen kaum noch durch.

In der Schweiz werden derzeit Stoßgebete zum Himmel gesendet: Noch vor dem Winter möge es entlang des Rhein doch endlich wieder regnen. Nachdem die vergangenen Monate extrem trocken waren, ist der Wasserstand des Flusses derzeit so niedrig, dass auf diesem Weg kaum Heizöl in die Alpenrepublik gebracht werden kann. Ab nächstem Jahr steht zudem eine Steuererhöhung für Heizöl an, durch die die aktuelle Nachfrage nur noch akuter wird.

In Kaub ist der Wasserstand derzeit so niedrig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, wodurch die Tanker mit ihrer Ladung in den Niederlanden und in Belgien feststecken. Dort wiederum sind die Lagerbestände aufgrund des weltweiten Überangebots bereits auf einem saisonalen Hoch.

Um dennoch fahren zu können, müssen die Tanker auf einen Teil ihrer Ladung verzichten und können so weniger liefern. Jaegers Shipping in Rotterdam, Betreiber von 115 Frachtschiffen, hat seine Kunden bereits gewarnt, dass wegen des Rhein-Pegels einige vertraglich festgelegte Volumina nicht eingehalten werden können.

„Wir können nur jeden Abend in die Kirche gehen und eine Kerze in der Hoffnung anzünden, dass es etwas Regen geben wird“, sagt Joachim Hessler, Geschäftsführer der Maintank Schifffahrtsgesellschaft mbH, deren Schiffskapazitäten derzeit nur zu einem Drittel gefüllt werden können. „Wir kommen an den Punkt an, wo einige Schiffe nicht mehr auf dem Rhein fahren können, weil der Tiefgang zu stark ist und die Wasserpegel nicht ausreichen.“

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Schweizer beten um Regen für den Rhein

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Die Schweiz zapft schon ihre Notfallreserven an

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