Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Klimagipfel in Paris
Alle müssen mitziehen

Ein internationaler Klimavertrag soll verhindern, dass die Menschen ihren eigenen Lebensraum zerstören. Die Ziele vor dem Uno-Klimagipfel in Paris, der am Montag beginnt, sind ambitioniert.

Berlin/Paris„Jetzt erst recht“, erklärte die Leiterin des Uno-Klimasekretariats, Christina Figueres, wenige Stunden nach der Terrorserie von Paris – auch Frankreichs Regierung hält am Klimagipfel fest. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt: „Vielleicht könnte eine erfolgreiche Klimakonferenz ein Signal an die Menschen in der Welt sein, dass wir etwas zum Besseren ändern, dass wir verstanden haben, dass wir die Lehren ziehen aus so viel Not und so vielen Fluchtursachen, zu denen nicht noch neue kommen sollen.“ 

Dass rund 150 Staats- und Regierungschefs zum Auftakt in die vom Terror verwundeten französischen Hauptstadt reisen, soll nicht nur zeigen, dass sie die Risiken des Klimawandels ernst nehmen. Es soll auch ein Beweis sein dafür, dass sich die Weltgemeinschaft nicht dem Diktat islamistischer Fanatiker unterwirft.

Für die Delegierten aus 195 Nationen wird der Gipfel nicht nur aufgrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen rund um den Konferenzort in Le Bourget anstrengend. Es gibt auch keine Garantie, dass der neue Weltklimavertrag, der ab 2020 gelten soll, überhaupt zustande kommt.

Außerdem ist schon jetzt klar: Die von den Teilnehmerstaaten angekündigten Maßnahmen zur Begrenzung der klimaschädigenden Treibhausgas-Emissionen reichen nicht aus. Denn selbst wenn alles so wie versprochen umgesetzt werden sollte, würde die Temperatur auf unserem Planeten um etwa 2,7 Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung steigen. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Folgen des Klimawandels nur dann einigermaßen erträglich bleiben, wenn ein Anstieg um mehr als zwei Grad verhindert wird.

Doch ist das überhaupt noch realistisch? Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagt: Ja. „Wir sollten jetzt nicht in Depression verfallen, es ist noch nicht zu spät.“ Eine Voraussetzung dafür, dass das Zwei-Grad-Ziel doch noch erreicht wird, ist seiner Ansicht nach eine noch deutlichere Abkehr der Industrienationen von fossilen Brennstoffen.

Einige Staaten haben zudem ihre Bereitschaft signalisiert, noch einmal nachzubessern. Auch die Bundesregierung hofft, dass in Paris ein Klimavertrag mit einem „Ambitionsmechanismus“ unterzeichnet wird. Das heißt: Alle Vertragsstaaten sollen ihre Anstrengungen für die Reduzierung von CO2 und anderen Treibhausgasen nach dem geplanten Inkrafttreten des Vertrages im Jahr 2020 noch einmal verstärken.

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