Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Klimagipfel in Paris
Wie die Staats- und Regierungschefs um ein Abkommen ringen

Großer Andrang zum Auftakt der Konferenz: Die Regierungschefs präsentieren Forderungen, um den Anstieg der globalen Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu bremsen. Wie verbindlich das Abkommen wird, ist umstritten.

ParisDer Gastgeber hat sich entschieden, seine Gäste nicht mit Höflichkeitsfloskeln zu langweilen. „Noble Gefühle und Absichtserklärungen reichen nicht mehr, wir sind hier in Paris an einer Bruchstelle“, sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Montag zum Auftakt der Klimakonferenz COP 21. Alle Teilnehmer müssten sich auf ein „höchstes Anspruchsniveau einlassen, denn es geht um die Zukunft des Planeten“.

Unterstützung bekam er von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in ihrer Rede forderte, die einzelnen Volkswirtschaften so umzubauen, dass sie zum Ende des Jahrhunderts völlig ohne fossile Energieträger auskommen. In Paris sei es notwendig, „ein ehrgeiziges, umfassendes, faires und verbindliches Weltklimaabkommen zu erreichen“, sagte Merkel.

Wie andere Regierungschefs auch nutzte sie die Konferenz für bilaterale Treffen: Sie kam mit Russlands Präsident Wladimir Putin und dessen türkischem Gegenspieler Recep Tayyip Erdogan zusammen, um die Krise nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets zu entschärfen.

Gut 150 Länderdelegationen beraten bis zum 12. Dezember über ein verbindliches Klimaschutzabkommen. Es soll den Anstieg der globalen Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter einem Wert von zwei Grad halten, „besser 1,5 Grad“, sagte Hollande und übernahm damit die Forderung der Gruppe von 43 besonders verletzlichen Staaten, die in Paris das 1,5-Grad-Ziel vertreten.

Notwendig ist dafür eine Verringerung des Ausstoßes von Klimagasen wie Kohlendioxid und Methan. Die bislang vorliegenden nationalen Verpflichtungen der Staaten (INDCs) reichen dafür bei weitem nicht aus. Es wird nicht damit gerechnet, dass sie im Zuge der Verhandlungen in Paris noch deutlich nachgebessert werden.

Im Zentrum der Gespräche stehen deshalb künftige Nachbesserungen, wie Hollande sagte: Notwendig sei „ein Anpassungspfad mit der regelmäßigen Überprüfung der nationalen Ziele und ein Mechanismus, der sie alle fünf Jahre revidiert“. Kein Staat dürfe sich seiner Verpflichtung entziehen können, und keiner dürfe alleingelassen werden, vor allem nicht die Inselstaaten, die innerhalb kurzer Zeit einfach verschwinden könnten.

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Schlupflöcher sollen vermieden werden

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