Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Klimakonferenz in Paris
Merkels Appell an den Klimagipfel

Zu Beginn der Klimakonferenz treten die anwesenden Staats- und Regierungschefs ans Rednerpult. Kanzlerin Merkel fordert gemeinsames Handeln – und ein ambitioniertes Abkommen. Die Erwartungen steigen von Tag zu Tag.

ParisAngela Merkel (CDU) fasste es kurz und bündig zusammen: „Wir wissen, dass wir heute handeln müssen“, sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Eröffnungsrede auf der Weltklimakonferenz in Paris. Merkel hielt sich – anders als viele ihrer Amtskollegen – an den ungefähren Richtwert von drei Minuten.

Die Erwartungen an die Konferenz in Paris sind weiterhin sehr hoch. Man müsse – da sind sich die Politiker einig – ein wirkungsvolles Abkommen zur Bewältigung dieser Herausforderung erreichen. Die Vereinbarungen von Paris müssten daher einen glaubwürdigen Weg aufzeigen, um den globalen Temperaturanstieg auf unter zwei Grad zu begrenzen, möglicherweise sogar auf 1,5 Grad, sagte Frankreichs Präsident Hollande und ergänzte: „Der Gipfel darf diese Erwartungen nicht enttäuschen.“

Mit lauter Stimme verdeutlichte Merkel, wie sie sich das Abkommen konkret vorstellt. „Wir brauchen ein Abkommen, dass ambitioniert, umfassend, fair und verbindlich ist“, so Merkel. Auch Deutschland werde seinen Beitrag leisten. Dabei wurde Merkel auch konkret: So wird die Bundesrepublik ihre Förderung für die Energieforschung deutlich erhöhen. „Damit wir in eine gute Zukunft blicken können“, sagte Merkel. Schließlich seien erneuerbare Energien die „tragende Säule“ in Deutschland.

Auch wenn die Kanzlerin beim „Familienfoto“ der Gipfelteilnehmer in der zweiten Reihe platziert wird – die Deutschen tragen durch die G7-Präsidentschaft im Moment eine besondere Verantwortung. Außerdem verdienen einige deutsche Firmen auch ganz gut am Umwelt- und Klimaschutz

In ihrem Appell an die Gipfelteilnehmer erinnert Merkel an den Terror, durch den in Paris 130 Menschen den Tod gefunden hatten. Sie tut dies auch, damit die rund 150 Staats- und Regierungschefs, die hier versammelt sind, spüren, dass gemeinsames Handeln jetzt besonders wichtig ist. 

Auch wenn es bei diesem Gipfel nicht um Terrorismus geht, sondern um eine andere globale Bedrohung: den Klimawandel. Allerdings ist es in diesen unruhigen Zeiten auch für die ehemalige Umweltministerin Merkel nicht einfach, sich auf Klimafragen zu konzentrieren. Am Rande des Gipfels führt sie mehrere bilaterale Gespräche – unter anderem mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Die deutsche Delegation versucht derweil in ihrem Pavillion auf dem Gipfel-Gelände in Le Bourget, Optimismus zu verbreiten. Wie in der Flüchtlingskrise so lautet findet auch hier der Slogan: „Wir schaffen das“. Diesmal ist mit „Wir“ allerdings nicht Deutschland gemeint, sondern die internationale Staatengemeinschaft.

Was es leichter macht, positiv zu klingen, sind die vollen Taschen, mit denen die Deutschen zum Klimagipfel gereist sind. Denn mit den zusätzlichen Milliarden, die Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für den Klimaschutz bewilligt hat, lassen sich vielleicht auch einige Skeptiker aus den Entwicklungsländern umstimmen. Sie sollen von den jetzt beschlossenen deutschen Geldern für einen Klimafolgen-Fonds, der zum Beispiel den Bau von Dämmen fördert, profitieren, und von der Initiative, die Staaten belohnt, die ihre Wälder nicht abholzen.

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    Auch Karsten Sach aus dem Bundesumweltministerium ist optimistisch. Er kann sich noch gut an Klimaverhandlungen in der Vergangenheit erinnern, die mit mageren Ergebnissen geendet hatten. Er sagt, es sei gut, dass sich die Gipfelteilnehmer unter dem Einfluss der französischen Gastgeber schon am Vorabend „sehr einvernehmlich“ auf einen organisatorischen Plan für den bevorstehenden Verhandlungsmarathon geeinigt hätten.

    Die Deutschen sind auch heilfroh, „dass der EU-Klimaschutzplan schon vor dem Regierungswechsel in Polen beschlossen wurde“. Denn in Warschau genießt die Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen derzeit keine Priorität mehr. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist dagegen der Meinung, dass es beim EU-Ziel einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes von mindestens 40 Prozent bis 2030 noch Raum für Verbesserungen gibt.

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    Putin hält sich an die Vorgaben

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