Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

KPMG-Studie
Vom Nutzen der Klimadaten

Eigentümer, Investoren, Kunden - alle werden kritischer und wollen Informationen zum Umgang mit dem Klimawandel. Firmen tun gut daran, sich damit zu beschäftigen, denn die Vorteile übersteigen die Kosten der Erhebung.

BerlinWie hält es die Wirtschaft mit der Umwelt? Schon vor 20 Jahren fassten die ersten Unternehmen freiwillig klimarelevante Informationen in einem Umweltbericht zusammen, später in einem Nachhaltigkeitsbericht.

Viele Unternehmen scheuen jedoch den Aufwand für die Offenlegung von Klima- und Emissionsdaten. Zu Unrecht, zeigt jetzt eine Studie der Unternehmensberatung KPMG für die Naturschutzorganisation WWF und die Nichtregierungsorganisation CDP, die sich dem Klimaschutz verschrieben hat.

Die Studie, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wird und dem Handelsblatt vorliegt, untersucht das Verhältnis von Kosten und Nutzen für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern. Das Ergebnis: Behauptungen, mit der Offenlegung von Umweltdaten seien unverhältnismäßig hohe Kosten verbunden, "erweisen sich als kaum haltbar". Der Nutzen, so heißt es, dürfte in den meisten Fällen die Kosten deutlich übersteigen. Unternehmen profitierten unter anderem dadurch, dass sie verstärkt auf Energieeinsparpotenziale stießen, aber auch von einem besseren Risikomanagement und verbesserten Kundenbeziehungen.

Schon aus Eigennutz müssten Firmen auf ihre Emissionen achten und sie veröffentlichen, sagt WWF-Vorstand Naturschutz Christoph Heinrich. Erstens, um wettbewerbsfähig zu bleiben, zweitens, weil sich die politischen Rahmenbedingungen verschärften. "Eigentümer, Kreditgeber, Investoren, Versicherungen, Geschäfts- und Endkunden - alle werden kritischer und fragen Informationen zum unternehmerischen Umgang mit dem Klimawandel nach", so Heinrich.

Aus Freiwilligkeit wird Pflicht: Durch die Klimaziele Deutschlands und der EU, die Emissionen von Treibhausgas bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, nehmen die regulatorischen Anforderungen zu. So muss etwa in Deutschland bis Ende 2016 eine EU- Richtlinie umgesetzt werden, die eine zumindest rudimentäre Berichterstattung für börsennotierte Unternehmen ab 500 Mitarbeitern vorschreibt.

Die Wirtschaft ist besorgt: "Unternehmen tun gut daran, sich mit Klima- und Umweltschutz intensiv auseinanderzusetzen", heißt es beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Problematisch werde es aber dann, "wenn der Gesetzgeber den Unternehmen zu viel auf einmal abverlangt".

Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin
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