Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Neue Billig-Akkus
Batteriespeicher vor schnellem Durchbruch

Steigende Strompreise, sinkende Fördersätze und neue Billig-Akkus: Der Traum der Energieautarkie wird rentabel. Ab 2019 lohnt es sich, Solarstrom vom Dach zu speichern und selbst zu verbrauchen – vielleicht sogar früher.

DüsseldorfOb Öko-Idealist oder konservativer Geschäftsmann: Jeder Eigenheimbesitzer, der noch etwas Geld übrig hatte, schraubte sich in den vergangenen Jahren eine Solaranlage aufs Dach. Schließlich wurde die Investitionsbereitschaft üppig vergoldet. Jede Kilowattstunde Sonnenstrom, die ins Netz eingespeist wird, entlohnt der Staat mit einer fixen Vergütung – garantiert auf 20 Jahre. Für viele ein schöner Nebenverdienst oder eine zusätzliche Rente. Und allemal besser verzinst als Sparbücher.

Mittlerweile gibt es da aber ein Problem: Die Bundesregierung hat die Vergütung für Solarstrom drastisch gedrosselt – von einst mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde auf aktuell etwa zwölf Cent. Die simple Formel: Solaranlage plus Förderung ist gleich satter Gewinn funktioniert so nicht mehr. Weil die Strompreise in Deutschland unentwegt steigen, macht aber gleichzeitig eine andere Rechnung immer mehr Sinn: Solarmodule plus Batteriespeicher.

Spätestens ab 2019 wird es wirtschaftlich attraktiv, eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Lithium-Ionen-Akku zu kaufen sowie bereits bestehende Solarpaneele mit einem Batteriespeicher aufzurüsten. Zu diesem Ergebnis kommen Experten der Unternehmensberatung PWC in einer Analyse zum Heimspeichermarkt, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Demnach sind die Zeiten, in denen Batteriespeicher nur eine Nische in der neuen Energielandschaft darstellen, bald vorbei. Solarakkus für jedermann stehen vor dem Durchbruch. Die Lithium-Ionen-Technologie ist weitgehend ausgereift. Die Preise sinken. Der Kaufanreiz wird immer größer.

„Das Geschäftsmodell der privaten Photovoltaikanlage ändert sich gerade grundlegend“, sagt Norbert Schwieters. Um diesen Befund zu untermauern, genügt dem PWC-Energieexperten eine schlichte Grafik. Abgebildet ist die Entwicklung des Strompreises und der Einspeisevergütung auf Solarstrom. Während sich die Förderung für Grünstrom, der ins Netz eingespeist wird, bis 2020 auf etwa 6,8 Cent pro Kilowattstunde halbieren dürfte, klettert der Strompreis laut PWC-Prognose im gleichen Zeitraum auf rund 34 Cent pro Kilowattstunde. Die Folge: Es wird von Jahr zu Jahr nicht nur rentabler selbst Solarstrom zu erzeugen, sondern die Sonnenergie vom Tag auch für die Nacht- und Abendstunden zu speichern.

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Batteriespeicher vor schnellem Durchbruch

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Preise sollen bis 2020 purzeln

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