Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Solarthermie
Die Sonne scheint nicht mehr wie früher

Zu teuer, zu aufwendig, nicht rentabel genug: Der Absatz von Solarthermieanlagen ging zuletzt deutlich nach unten – das merken auch die Hersteller. Die Branche hofft nun auf eine Trendwende im neuen Jahr.

DüsseldorfDie deutsche Solarbranche lässt sich aktuell gut mit der Situation von André Schürrle vergleichen: Der Fußball-Weltmeister zeigt bei seinem neuen Verein VfL Wolfsburg gute Ansätze – es bleibt allerdings dabei. Sein volles Potenzial kann er nicht entfalten. Auch die vielen Vorteile von Solarenergie sind unbestritten, doch in der Branche entpuppt sich in der jüngeren Vergangenheit ein negativer Trend.

Besonders der Markt für Solarwärmeanlagen, die Sonnenenergie in Wärme umwandeln, ist seit 2008 stets rückläufig. Solarthermie ist für Hausbesitzer eine Option, erneuerbare Energien in die Warmwasser- und Wärmeversorgung von Gebäuden zu integrieren. Photovoltaik hingegen gewinnt durch Sonneneinstrahlung elektrischen Strom. Durch sogenannte Sonnenkollektoren wird bei der Solarthermie die Wärme gewonnen, die anschließend ins Wasser- und Heizsystem gelangt. Im Idealfall spart man bis zu 20 Prozent der Heizkosten und bis zu 60 Prozent der Kosten für warmes Wasser.

Einzig: Diese Form der Heizungsunterstützung trifft bei den Deutschen auf wenig Gegenliebe. Derzeit existieren nach Berechnungen den Branchenverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) rund zwei Millionen Solarwärmeanlagen in der Bundesrepublik.

Zwar hat sich der Markt deutlich entwickelt – zur Jahrtausendwende waren es noch knapp 265.000 Anlagen –, doch der Zubau an Solarwärmesystemen ging seit 2008 deutlich zurück. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden im Jahr 2014 ein Viertel weniger Anlagen produziert – für das Jahr 2015 rechnet man mit einem Minus von rund 13 Prozent.

Das fehlende Interesse der Gesellschaft macht sich auch bei den Produzenten bemerkbar: Der Heiztechnikkonzern Vaillant hat etwa jüngst angekündigt, Solarkollektoren ab 2018 nur noch im französischen Nantes zu produzieren. Das Vaillant-Werk mit rund 200 Mitarbeitern in Gelsenkirchen, in dem diese Kollektoren ebenfalls produziert werden, schließt dann aufgrund rückläufiger Absatzzahlen. „Die Marktnachfrage können wir mit nur einer Anlage bedienen“, so Vaillant.

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