Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Sparen mit System
Die Energiefresser im Visier

Viele Industriebetriebe könnten ihre Heiz- und Stromkosten massiv senken. Doch es fehlt vielfach ein strategisches Energiemanagement. Dabei können sie gleich doppelt profitieren, denn sie schonen nicht nur die Umwelt.

KölnBeim Energiesparen lässt EBM-Papst die Anfänger ran. Vor fünf Jahren ernannte der Hersteller von Elektromotoren und Ventilatoren in Mulfingen seine Auszubildenden zu Energiescouts. Seitdem durchforsten sie die Werkshallen nach Möglichkeiten, den Verbrauch zu senken. Inzwischen haben sie über 500 Vorschläge geliefert. So hat EBM-Papst schon eine Million Euro an Energiekosten eingespart.

Die Idee macht Schule: Inzwischen werden deutschlandweit bei Industrie- und Handelskammern mehr als 1.000 Auszubildende zu Energiescouts geschult. Auch die Politik zeigt Anerkennung: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zeichnete jüngst in Berlin die zehn besten Scouts aus.

„Intelligentes Wirtschaften bei maximaler Energieeffizienz“ - so lautet der Leitsatz von EBM-Papst. Gleich reihenweise gewinnt der Mittelständler Auszeichnungen wie den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und soll so anderen ein Vorbild geben. Oft fehlt Unternehmen die klare Strategie bei der Energieeffizienz. „Dabei können sie gleich doppelt profitieren: Sie schonen die Umwelt und stärken damit ihr Image. Zudem sparen sie Geld“, sagt Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion an der Uni Stuttgart.

Der Wille zur Effizienz ist grundsätzlich vorhanden. In einer Umfrage der Zertifizierungsgesellschaft DNV GL im Juli gaben mehr als zwei Drittel von 1.500 Unternehmen an, dass sie hier investieren. Fast drei Viertel räumten aber ein, dass sie keinen systematischen Ansatz, etwa ein Energiemanagement, haben. „Es ist ein großer Unterschied, ob man nur die Beleuchtung in der Produktionshalle optimiert oder ob man sich die Energieströme im Produktionsprozess systematisch anschaut“, sagt Sauer.

Was ein systematischer Ansatz bewirken kann, zeigt das Beispiel Vaillant. Am Standort Gelsenkirchen reduzierte der Heiztechnikanbieter den Energieverbrauch um 1,9 Millionen Kilowattstunden. Das senkt die Kosten um 187.000 Euro im Jahr, der CO2-Ausstoß vermindert sich um 798 Tonnen. Dafür wurde Vaillant von der Deutschen Energie-Agentur ausgezeichnet.

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