Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Toyota Mirai und Hyundai ix35 Fuel Cell
Wasserstoff-Autos als neue Hoffnung

Der Wasserstoff wurde schon als das neue Öl gefeiert – dann wurde es ruhig um den alternativen Treibstoff. Jetzt kommen zwei neue Wasserstoffmodelle nach Deutschland. Sie sind die Vorboten einer erneuten Offensive.
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Hamburg/DüsseldorfEs noch nicht lange her, da dachte man auch in Deutschland, dass dem Wasserstoff die Zukunft gehören werde. Konzerne wie BMW und Daimler investierten Milliarden in die Technologie, versprachen serienreife Modelle. „Wasserstoff“, jubelte Daimler-Chef Dieter Zetsche noch im Jahr 2013, „wird das neue Öl“. Doch auf serienreife Modelle aus Deutschland wartet man bisher noch vergeblich.

Stattdessen bringen die asiatischen Autobauer die Diskussion um den Antrieb wieder ins Rollen: Mit dem Toyota Mirai und dem Hyundai ix35 Fuel Cell starten in diesen Tagen gleich zwei serienreife Wasserstoff-Autos im deutschen Markt. Der Strom in der Brennstoffzelle wird durch die chemische Reaktion von Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft erzeugt. Aus dem Auspuff kommt dadurch reines Wasser statt giftiger Abgase. Auch wenn die aktuelle Diskussion um den Diesel der sauberen Technologie eigentlich Rückenwind verschaffen sollte, bremsen die Verantwortlichen die Erwartungen. Eine schnelle Alternative scheint auch der Wasserstoffantrieb nicht zu sein.

Bei der Präsentation des Mirai in Hamburg erklärt Chefentwickler Yoshikazu Tanaka gar, dass bis zum Durchbruch wohl noch „zehn, zwanzig oder vielleicht noch mehr Jahre“ vergehen werden. Seine Botschaft: Wasserstoff sei langfristig unverzichtbar – in friedlicher Koexistenz mit dem Elektroauto. Man brauche aber einen langen Atem, um die Technologie massentauglich zu machen. Für die Revolution lässt man sich Zeit. Man braucht sie auch.

Denn mit einem Preis von 78.540 Euro für den Toyota Mirai, bzw. 65.450 Euro für den Hyundai ix35 Fuel Cell rangieren die Fahrzeuge mit Brennstoffzelle preislich immer noch deutlich über dem Verbrenner. Das wissen auch die Hersteller. Man richte sich an „progressive Technologiefans“ als Zielgruppe, erklärt Toyota. 700 Exemplare des Mirai sollen im ersten Jahren produziert werden, davon gehen nur wenige nach Deutschland. Aber der Marktanteil soll sukzessive erhöht werden. Nächstes Jahr sollen es bereits 2.000 Mirai vom Band laufen – bis man in einigen Jahren eine Produktion von 30.000 erreicht haben will. Bis dahin muss aber die Brennstoffzelle deutlich günstiger werden.

Lange war es vor allem das verbaute Platin, das die Brennstoffzelle so teuer machte, dass sie kaum für den Massenmarkt geeignet schien. Künftig wolle man den Platin-Anteil deutlich verringern und die Brennstoffzelle so bezahlbarer machen, heißt es aus der Industrie.

Und auch beim bisher sehr dünnen Tankstellennetz soll sich in den nächsten Jahren etwas tun. OMV, Shell und Total verkündeten Mitte Oktober gemeinsam mit Air Liquide, Daimler und Linde, die H2 Mobility Initiative. Bis 2023 sollen in Deutschland rund 400 Wasserstofftankstellen gebaut werden. Derzeit sind es deutschlandweit davon rund 50. Für eine flächendeckende Versorgung wären rund 1000 Tankstellen nötig.

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Der Treibstoff bleibt ein Problem

Kommentare zu " Toyota Mirai und Hyundai ix35 Fuel Cell : Wasserstoff-Autos als neue Hoffnung"

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  • Ich glaube vorallem der politische Rahmen des Ganzen.
    Öl fördern heisst im Zweifel auch immer Erorberung usw.
    Schauen Sie sich die Veränderungen bei der Opec (Förderquoten etc.)
    bzw. der Tankstelle Ihres Vertauens an.

    Dann noch diese Geschichten mit dem Bio-Öl aus Nahrungsmitteln.

    Das ist so elementar da kommt schnell eins zum andern.

    Schlussendlich ist diese Technologie dann hoffentlich auch weiter entwickelt worden.
    Irland ist zurzeit Spitzenreiten wenn Sie mal son Auto im Alltag benutzen wollen.

  • Der alte 7ner BMW fuhr doch schon mit Wasserstoff, was ist jetzt neu ?

  • Wasserstoff Pro und Contra

    Pro's:

    1. Öl bzw. fossile Träger sind nicht unendlich verfügbar
    2. Wir nutzen schon sehr viel Erdgas
    3. Jeder Verbrennungsmotor kann Hydrogen oder ein Gas-Gemisch nutzen
    4. ca. 70% der Erdoberfläche sind von Salzwasser bedeckt
    5. die Abgase sind im Zweifel trinkbar (Trinkwassergewinnung)
    6. Microplastik Partikel und Co. können aus den oberen Meeresschichten gefiltert werden und landen somit nicht mehr in unserer Nahrung

    Contra's

    1. Ultraflüchtig und daher ziemlich gefährlich in der Anwendung
    2. Hocher Druck erforderlich um eine angemessende Energiedichte zu erreichen
    ... to be continued

    Unterm Strich haben wir also schon ausreichend Infrastruktur durch die Erdgas-Nutzung und wir haben überall Motoren die damit problemlos klar kommen.

    Somit ergibt sich ein geschmeidiger Übergang und die Pro's überwiegen in meinen Augen ganz klar. (... und das nicht nur weil mir mehr einfallen)

    Weitere Infos unter:

    www.irena.org -> renewables in general
    www.hydropower.org -> International Hydro-Power Association
    www.reactionengines.co.uk -> Hybrid-Engines mit Wasserstoff
    www.iahe.org -> Wasserstoff Lobby-Gruppe 1
    www.h2euro.org -> Wasserstoff Lobby-Gruppe 2
    www.fchea.org -> Wasserstoff Lobby-Gruppe 3 :-)

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