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UN-Chef Ban Ki Moon
Ban drängt die reichen Länder zur Führungsrolle beim Klimaschutz

Der Weltklimagipfel vor den Toren von Paris geht in die entscheidende Verhandlungswoche. Die vorläufige Bilanz ist gemischt. Zeit für den UN-Chef, die Unterhändler an ihre Verantwortung zu erinnern.

ParisBeim Weltklimagipfel hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Industrieländer gemahnt, im Kampf gegen die globale Erwärmung eine Führungsrolle zu übernehmen. Gleichzeitig müssten auch Entwicklungsländer entsprechend ihrer Möglichkeiten mehr Verantwortung übernehmen, sagte Ban am Montag zum Auftakt der zweiten Verhandlungswoche in Le Bourget bei Paris.

Bis Freitag soll dort ein globaler Klimapakt ausgehandelt sein, der den Ausstoß von Treibhausgasen weltweit begrenzt und milliardenschwere Hilfen für ärmere Länder festschreibt. Am Samstag hatten die Unterhändler einen 48 Seiten starken vorläufigen Entwurf vorgelegt, in dem aber die wichtigsten Fragen noch nicht geklärt sind. Die Knackpunkte sollen nun Minister aus mehr als 190 Ländern ausräumen. Für Deutschland verhandelt Umweltministerin Barbara Hendricks, für die USA Außenminister John Kerry.

Ban setzte sich für eine strikte Überwachung der Zusagen einzelner Länder im Rahmen des Abkommens ein. Er erinnerte erneut an die dramatischen Folgen des Klimawandels in einzelnen Ländern, etwa den pazifischen Inselstaaten, die mit steigenden Wasserpegeln unbewohnbar werden könnten. Ein junges Mädchen aus Kiribati habe ihn gefragt, was die Vereinten Nationen für sie tun könnten, sagte Ban. „Was wird aus uns werden?“, habe sie gefragt.

Am Sonntagabend hatte bereits der indische Umweltminister Prakash Javadekar die Industrieländer zu weitreichenden Zusagen und Opfern für den Klimaschutz gedrängt. Die reichen Länder hätten ihr Konto bei der Verschmutzung der Atmosphäre überzogen, und Indien setze sich dafür ein, dass sie ihre Schulden zurückzahlten, erklärte der Minister. Zur Halbzeit der Pariser Klimaverhandlungen sei die Substanz noch nicht zur Hälfte erreicht, vielmehr stünden die Gespräche bisweilen am Scheideweg.

Das geplante Abkommen soll 2020 in Kraft treten und sicherstellen, dass sich die Erde - gemessen an den Werten vor der Industrialisierung - nicht um mehr als zwei Grad aufheizt. Dieser Wert wird von Wissenschaftlern als gerade noch ausreichend gesehen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels wie katastrophale Stürme, Dürren und Überschwemmungen zu begrenzen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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