Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Weltklimakonferenz
Staatschefs gehen zu harten Verhandlungen über

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius beschwört die Delegationen, aufeinander zuzugehen. Bis zum 11. Dezember haben sie Zeit, ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll von 1997 zu finden.

ParisNach den Absichtserklärungen der Staats- und Regierungschefs zum Auftakt des Weltklimagipfels haben die harten Verhandlungen der Delegationen begonnen. Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte am Dienstag den Unterhändlern im Konferenzzentrum in Le Bourget bei Paris: „Sie starten jetzt mit der fundamentalen Arbeit“.

Nun sei es nötig, substanzielle Fortschritte zu erzielen und damit das von den Staats- und Regierungschefs erteilte Verhandlungsmandat zu erfüllen. Entscheidende Frage ist, wer letztlich all das bezahlt, was am Montag von den Staatenlenkern für notwendig erklärt wurde. Entwicklungsländer fordern finanzielle und technologische Hilfe der reichen Nationen, um den Übergang zu einer sauberen Energie zu schaffen.

Die reichen Länder gaben am Montag die Gründung eines Fonds für genau dieses Ziel bekannt, der zunächst mit 248 Millionen Dollar (234 Millionen Euro) gefüllt ist. Frankreich sagte am Dienstag zudem über die nächsten fünf Jahre acht Milliarden Euro für Investitionen in erneuerbare Energie in Afrika zu.

Der Weltklimagipfel soll bis zum 11. Dezember ein Nachfolgeabkommen für das 1997 geschlossene Kyoto-Protokoll aushandeln, mit dem der Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius gegenüber dem Beginn der Industrialisierung begrenzt werden soll.

Afrikanische Unterhändler informierten den französischen Präsidenten François Hollande am Dienstag über das Vordringen der Sahara auf Ackerland, verschwindende Wälder von Kongo bis Madagaskar und einem Anstieg des Meeresspiegels, wodurch in den Mündungsgebieten westafrikanischer Flüsse bereits Dörfer geflutet wurden.

US-Präsident Barack Obama ließ sich von Repräsentanten von Inselstaaten über die Bedrohung ihrer Gebiete durch Stürme und ansteigende Meeresspiegel informieren. Wissenschaftler führen den globalen CO2-Ausstoß auf die zunehmende Intensität dieser Phänomene zurück.

Der britische Thronfolger Prinz Charles wies bei einem Treffen mit Ureinwohnern Südamerikas, Asiens und Russlands auf die Abnahme der Wälder hin, die CO2 absorbieren können. Dafür sei auch illegales Abholzen verantwortlich.

Mehr als 180 Staaten haben bereits vor dem Gipfel Klimaschutzmaßnahmen verkündet. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Wissenschaftler haben aber erklärt, damit könne das Zwei-Grad-Ziel noch nicht erreicht werden. Die Vereinten Nationen hoffen, ein Scheitern wie beim Weltklimagipfel in Kopenhagen 2009 diesmal vermeiden zu können.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%