Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Wolfgang Clement
Geht's ein bisschen kleiner?

Der ehemalige Bundeswirtschafts- und - arbeitsminister Wolfgang Clement hält ein Plädoyer gegen die Weltuntergangsbeschwörungen der Klimapolitik.

DüsseldorfDer Nachrichtenkonsument muss in diesen Tagen ganz stark sein: Die Produzenten und Lieferanten unserer tagtäglichen News laufen heiß, auf vollen Touren. Und die Ereignisse sind ja scheinbar auch danach. Sie überschlagen sich förmlich. Ob es die "Flüchtlingsströme" sind, die sich ganz besonders und immer noch in unser Land ergießen und dasselbe angeblich zu überschwemmen drohen. Oder ob es um den "Krieg" gegen die islamistischen IS-Terroristen geht, den das "Handelsblatt" postwendend zum "Weltkrieg III" erklärte. Oder um den Pariser "Klima-Gipfel", der gemessen an den Reden der bedeutendsten unter den anwesenden 150 Staats- und Regierungschefs die letzte Chance vor dem nahenden Weltuntergang darzustellen scheint.

Habt ihr's nicht ein bisschen kleiner? "Auf Ihren Schultern ruht die Hoffnung der gesamten Menschheit." Das war die Tonlage, die der gastgebende Premier Hollande anschlug, als er die Teilnehmer einer nahezu globalen Konferenz begrüßte, an der neben 40.000 Gästen (!) mehr Staats- und Regierungschefs teilnahmen als je zuvor an einem Gipfel dieser Art. Ob's hilft?

So kurz vor Schluss seiner Amtszeit ließ sich jedenfalls auch der amerikanische Präsident Obama nicht lumpen. Er erwartet von der - nach seiner Abreise beginnenden - Konferenzdebatte eine Übereinkunft, die nicht weniger als einen "Wendepunkt für die Rettung des Planeten" markiert. Die deutsche Zielsetzung, an einem Pavillon angeschlagen, klang demgegenüber ganz pragmatisch, aber kaum überraschend: "Unter 2 Grad - gemeinsam schaffen wir das ..."

Warum um alles in der Welt bedarf es stets nur der allzu einfach durchschaubaren Überhöhungen, die zu Recht die Zweifler auf den Plan rufen ("Wie viele Weltuntergänge haben wir schon überlebt?") und die überdies extrem fehleranfällig sind? Glaubt denn irgendjemand, die Klimaforschung sei heute in der Lage, den Anstieg der Erderwärmung fürs Jahr 2100 präzise zu bestimmen? Oder: Das Weltklima sei allein CO2-hörig? Oder: Die 100 Milliarden Dollar für den südlichen Teil des Planeten kämen Jahr für Jahr aus den Kassen des reichen Norden tatsächlich zusammen? Und diese Gelder würden ausschließlich rational zur Abwehr der Erderwärmung oder der Eindämmung von deren Folgen verwandt? Man sollte die Bereitschaft zum guten Glauben der Menschheit wirklich nicht überfordern!

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Geht's ein bisschen kleiner?

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Ist es wirklich schon fünf vor zwölf?

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