Leukämie-Therapie
Mit Designerzellen den Blutkrebs besiegen

Der Fall von Ex-Außenminister Guido Westerwelle hat das Thema Leukämie in den Fokus gerückt. In London haben Ärzte jetzt in einem gewagten Versuch den Blutkrebs mit einer neuen Therapie behandelt – bislang erfolgreich.

BerlinDie Diagnose war niederschmetternd: akute lymphoblastische Leukämie (ALL), eine besonders aggressive Form von Blutkrebs. 14 Wochen war die kleine Layla Richards alt, als Ärzte die Krankheit entdeckten. Doch trotz Knochenmarkstransplantation und Chemotherapie ließ sich der Krebs nicht besiegen, und dem Mädchen schien nur eine kurze Lebensspanne beschieden.

Tatsächlich schlägt die klassische Chemotherapie bei derart aggressiven Formen von Blutkrebs oft nicht an. In solchen Fällen konnten Mediziner in jüngerer Zeit einige Behandlungserfolge mit der sogenannten T-Zellen-Therapie erzielen: Dabei werden T-Zellen des Immunsystems eines Patienten gentechnisch so verändert, dass sie im Körper gezielt nach Krebszellen suchen und sie zerstören. Problem dabei: Manche Patienten haben nicht mehr genug gesunde T-Zellen für diesen Therapieansatz.

Bei der kleinen Layla schienen die Möglichkeiten der Ärzte nach Monaten der Behandlung schließlich erschöpft. Doch die Eltern wollten sich mit dem traurigen Befund nicht abfinden. „Wir wollten unsere Tochter nicht aufgeben und baten die Ärzte, wirklich alles zu versuchen“, so Laylas Mutter Lisa. Und so entschlossen sich die Mediziner am behandelnden Great Ormond Street Hospital (GOSH) in London zu einem gewagten Schritt – einer von ihnen entwickelten neuartigen Behandlung, die zuvor noch nie an Menschen erprobt worden war.

Auch diese Therapie stützt sich auf T-Zellen, die allerdings nicht vom Patienten selbst stammen, sondern von gesunden Spendern. Die Zellen werden gentechnisch so verändert, dass sie im ihnen fremden Körper des Patienten überleben und gezielt Krebszellen aufspüren und vernichten.

„In Laboruntersuchungen hatte sich dieser Ansatz als sehr vielversprechend gezeigt“, so Waseem Qasim, Professor für Zell- und Gentherapie und beratender Immunologe am GOSH. „Doch das Verfahren befand sich noch im Experimentalstadium, und so mussten wir besondere Genehmigungen für die Behandlung einholen.

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Mit Designerzellen den Blutkrebs besiegen

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Ein sehr starkes kleines Mädchen

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