Philips-Managerin Eva Braun „Die Medizintechnik muss mobil werden“

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„Neue Kooperationen zwischen Medizintechnik-Firmen und Klinken"
Leukämie-Patienten können mit dem Minicare-Gerät ihr Blut zuhause selber analysieren. Quelle: PR
Philips

Leukämie-Patienten können mit dem Minicare-Gerät ihr Blut zuhause selber analysieren.

(Foto: PR)

In der Medizintechnik gibt es auch den Trend, dass die Technologie immer spezifischer auf Krankheiten ausgerichtet wird. Müssen Sie sich da als Unternehmen entscheiden, in welchen Therapiegebieten sie noch aktiv sein wollen.
Wir sehen uns als Philips nach wie vor als Medizintechnik-Unternehmen, das einen sehr breiten Bedarf abdeckt. Aber wir haben Fokus-Bereiche gewählt, in denen wir nicht nur Diagnose und Therapie sondern möglichst den kompletten Versorgungspfad abdecken wollen – von der Prävention über Diagnose und Therapie bis zur Nachsorge. Das sind die Themen „Onkologie“, „Schwangerschaft“ und „Nachsorge“, „Atmung“ und der Bereich „Kardiologie“. Diesen ganzheitlichen Versorgungsansatz nennen wir „Health Continnuum“.

Die Kardiologie gilt ja derzeit als einer der innovativsten Bereiche in der Medizintechnik.
Das stimmt. Herz-Kreislauferkrankungen sind ein großes Therapiegebiet, wo es noch viel Fortschritt zu erzielen gibt. Und es ist ein Bereich, der noch wächst, während viele andere medizinische Bereiche in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz nicht wachsen.

Welche zum Beispiel?
Computer- und Magnetresonanztomographie. Deutschland und die Schweiz haben die weltweit höchste Dichte an diesen Systemen. An dieser Stelle ist eine Sättigung erreicht.

Immer öfter beteiligen sich Medizintechnik-Unternehmen auch an medizinischen Einrichtungen. Fresenius Medical Care etwa steigt in den USA verstärkt bei ambulanten Versorgungseinrichtungen ein, Medtronic betreibt die Kardiologie in zwei britischen Krankenhäusern. Ist das auch für Philips in Deutschland eine Option?
In Deutschland sind die Krankenhäuser derzeit eher der Ansicht, dass sie den Betrieb von Geräten selbst gestalten wollen. Die Bereitstellung eines Geräts oder das Management eines Gerätefuhrparks sind eine Sache – in diesem Bereich sind Unternehmen ja bereits aktiv und es gibt vielfältige Vergütungsmodelle. Der Betrieb eines Gerätes ist aber eine ganz andere Sache. Ein Betreiber-Modell würde ja auch bedeuten, dass wir als Medizintechnik-Unternehmen auch das technische Bedien-Personal zur Verfügung stellten. Ich denke, solche Modelle werden wir in der Region Deutschland, Österreich Schweiz nicht so schnell sehen.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Aber Philips könnte sich vorstellen, solche Modelle anzubieten.
Wenn ein Krankenhaus oder eine Praxis mit diesem Anliegen auf mich zukäme, hätte ich jedenfalls sehr offene Ohren. Ich glaube, der Druck auf die Krankenhäuser, allein das entsprechende technische Personal bereitzustellen, wird weiter steigen. Diese Situation wird dann komplett neue Modelle der Kooperation mit Medizintechnik-Firmen auf den Plan bringen. Ich denke, dass wir in Zukunft neue Lösungen sehen werden. Einen Patienten mit einem unserer Systeme zu untersuchen – und ein Bild zu erzeugen, das eine korrekte Diagnostik ermöglicht, könnten wir als Unternehmen sicherlich auch bieten. Doch die Diagnose selbst würde dann ja immer noch der Arzt stellen.

Frau Braun, vielen Dank für das Interview.

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