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06.09.2007 
Firewall bietet Schutz vor Trojanern

Schotten dicht

von Jörg Schieb, Schiebs Software-Tipp

Trojaner sind eine allgegenwärtige Bedrohung: Die Spionage-Programme erkunden den PC auf der Suche nach sicherheitsrelevanten Daten. Die meisten Trojaner befinden sich in E-Mail-Anhängen und werden durch das Öffnen der Mails gestartet. Schutz bieten Firewalls – doch die richtige Einstellung der Firewall will gelernt sein.

Gegen Trojaner kann man sich schützen. Foto: dpaLupe

Gegen Trojaner kann man sich schützen. Foto: dpa

Wenn selbst auf den vermeintlich gut geschützten Rechnern von Bundeskanzleramt und Bundesministerien Trojaner aus dem Ausland auftauchen – wie kürzlich geschehen – kann man sich leicht vorstellen, wie es auf weniger gut gesicherten Computern aussieht. Über das Internet auf den Weg gebrachte Trojaner sind inzwischen ein alltägliches Spionagewerkzeug – vor allem bei der Wirtschaftsspionage.

Aus technischer Sicht sind Trojaner mehr oder weniger gewöhnliche Computerprogramme, wenn auch mit einem ungewöhnlichen Auftrag: Sie sollen Sicherheitssysteme austricksen, um möglichst lange unentdeckt zu bleiben und dann auf dem PC verwertbare Daten auszuspionieren. In diesem Punkt unterscheiden sich gewöhnliche Trojaner kein bisschen vom sogenannten Bundestrojaner, mit dem Bundesinnenminister Schäuble die PCs von Terrorverdächtigen ausschnüffeln möchte.

Trojaner heißen so, weil sie sich in unverdächtigen Dateien verstecken und so oft unbemerkt auf die Festplatte gelangen. Sie kommen huckepack mit Textdokumenten, Excel-Tabellen oder Zip-Dateien. Auch in kostenlos verteilter Software können sich Trojaner verstecken – in auf den ersten Blick nützlichen Programmen.

Das Gros der Trojaner landet aber per E-Mail im Rechner, versteckt in einem Dateianhang. Erst wenn der Benutzer den Dateianhang öffnet, wird das Programm gestartet. Sofern kein Schutzsystem vorhanden ist, nistet sich der Trojaner im System ein und geht seiner eigentlichen Bestimmung nach, der Spionage.

Was genau gesucht wird, hat der Programmierer des Trojaners vorher festgelegt. Einige suchen nach Kreditkartendaten, andere nach vertraulichen Firmeninformationen, auf die es Wettbewerber in Fernost abgesehen haben. Die aufgezeichneten oder entdeckten Daten werden später via Internet an den Auftraggeber übermittelt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eintreffenden E-Mails skeptisch begegnen.

Computerbenutzer haben verschiedene Möglichkeiten, Trojaner abzuwehren. Am aller wichtigsten ist es, eintreffenden E-Mails skeptisch zu begegnen, vor allem, wenn jemand unaufgefordert Dokumente mitschickt oder zum Download eines Dokuments oder eines Programms auffordert. Wichtig: Die Absenderadresse kann gefälscht sein, deshalb reicht es nicht, nur bei unbekannten Absendern misstrauisch zu werden. Auch bekannte Absender können einen Trojaner verschicken, wenn die Absenderadresse manipuliert wurde.

Gängige Virenschutzprogramme und Internet-Security-Systeme erkennen die üblichen Trojaner und blocken sie ab. Bei unbekannten, neuen oder extra angefertigen Trojanern ist das allerdings schwieriger. Einige Schutzprogramme erkennen ein auffälliges Verhalten von Schnüffelprogrammen und schlagen Alarm – aber das ist keineswegs garantiert. Deshalb sollte unbedingt eine Firewall installiert werden, denn sie blockt nicht nur Angriffe aus dem Netz ab, sondern erkennt auch, wenn ein Programm auf dem Rechner versucht, Daten ins Netz zu schicken, und kann den Datenaustausch unterbinden.

Dazu muss die Firewall allerdings sorgfältig eingestellt werden, was Laien in der Regel schwer fällt. In Unternehmen sollte das aber kein Problem darstellen. Unter www.springhin.de/trojaner lässt sich der kostenlose Scanner „PestPatrol“ erreichen. Er untersucht PCs auf eventuell vorhandene Schadprogramme. Die Onlineversion kann nur nach Schadprogrammen fahnden, sie aber nicht entfernen. Dazu ist die Vollversion nötig, die knapp 20 Euro kostet. Für einen ersten Check reicht die Onlineversion aber aus.

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