Neue Rekordzahlen befügeln die Videospielebranche: In den USA wachsen die Umsätze um 52 Prozent, in Deutschland um 25 Prozent. Unterdessen tritt Microsoft
in den Kampf der Online-Office-Anwendungen ein, während Googles
Angriff auf die Wikipedia für geteilte Meinungen sorgt. "Darüber spricht das Netz" - jede Woche bei handelsblatt.com.
Halo 3 - hier die Figur "Master Chief" bei der Präsentation - ist das erfolgreichste Videospiel des Jahres. Foto: dpa
Neue Rekordzahlen überall. Videospiele werden international immer mehr zu der Freizeitbeschäftigung, für die die Menschen das meiste Geld ausgeben - und damit zur Paradebranche der Unterhaltungsindustrie. Allein im November wurden in den USA 2,63 Mrd. US-Dollar mit den Games umgesetzt - unglaubliche 52 Prozent mehr als 2006. Mit 13,12 Mrd. Dollar liegen die Umsätze von Januar bis November bereits über denen des gesamten Jahres 2006 - und der durch das Weihnachtsgeschäft besonders starke Dezember kommt noch hinzu. Passend dazu haben die US-Marktforscher der NPD Group herausgefunden, dass inzwischen 63 Prozent der US-Bürger Videospiele spielen. Games verkaufen sich inzwischen sogar besser als DVDs. "Halo 3", das erfolgreichste Videospiel des Jahres verkaufte in den USA mehr Exemplare als die stärkste DVD "Shrek 3" - und das trotz des wesentlich höhreren Preises.
Am meisten profitieren konnte von diesem Boom über das ganze Jahr gesehen Nintendo. Mit der Wii-Konsole und dem tragbaren Nintendo DS setzten die Japaner frühzeitig auf Spiele für jedermann - und nicht so sehr auf Nachschub für Hardcore-Gamer wie aufwändige 3D-Shooter oder komplizierte Rollenspiele. Für Deutschland liegen zwar noch keine genauen Zahlen vor, doch auch hierzulande dürfte das Jahr 2007 abseits der populistischen Killerspieldiskussion signifikante Anstiege für die Branche bringen. Eine Prognose des BVS (Bundesverband des Spielwareneinzelhandels) für das Jahr 2007 sprach im November von einem Umsatzplus für Videospiele und Konsolen von etwa 25 Prozent auf etwa 1,2 Mrd. Euro.
Internet-Links
» ars technica berichtet über das rasante Umsatzwachstum in den USA
63 percent of US population now plays video games - ebenfalls bei » ars technica
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Microsoft
schlägt zurück
Microsoft
schlägt zurück: Nachdem Online-Lösungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw. immer populärer werden, hat der Office-Riese nun ebenfalls einen Testlauf für ein solches Angebot gestartet. "Microsoft Office Live Workspace" erhält bislang allerdings sehr durchmischte Reaktionen in den Blogs. Bemängelt wird vor allem, dass Microsoft
offenbar der Mut fehlt, komplette Browser-basierte Office-Anwendungen ins Netz zu stellen. So lassen sich mit "Office Live Workspace" zwar Dokumente im Netz speichern, sodass sich von überall darauf zugreifen lässt, für das Verändern der Dokumente ist aber weiterhin eine voll installierte Office-Version nötig. Lediglich für simpelste Textänderungen steht ein Editor namens "Web Notes" zur Verfügung. Eine Gefahr für Web-basierte Office-Lösungen von Google
oder Zoho ist "Office Live Workspace" also noch nicht. Zoho hat in dieser Woche im Übrigen einen neue Version von "Zoho Show" an den Start gebracht. Der Powerpoint-Konkurrent bietet selbstverständlich nicht den großen Funktionsumfang des Microsoft
-Originals, einfache Präsentationen lassen sich damit aber erstaunlich gut erstellen - und das vor allem ohne Installation einer Software, an jedem mit dem Internet verbundenen Rechner der Welt.
Internet-Links
» TechCrunch analysiert das neue Microsoft
-Produkt
Auch » Webware beschäftigt sich mit "Office Live Workspace" und zeigt zahlreiche Screenshots
» TechCrunch über die neue "Zoho Show"-Version
Für viel Aufregung hat natürlich auch Googles
Angriff auf die Wikipedia gesorgt (handelsblatt.com berichtete). Knol, so der etwas seltsame Name des neuen Angebots soll Nutzer dazu bringen, Lexikoneinträge künftig lieber bei Google
als für die Wikipedia zu schreiben. Während manch populärer Blogger wie Steve Rubel schon das Ende der Wikipedia gekommen sieht, sind andere eher skeptisch. Rubels Argumente sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. So wird Google
bei den Suchergebnissen sicher Knol-Treffer gegenüber Wikipedia-Treffern bevorzugen, Google
will zudem Unternehmen, Organisationen und damit zahlreiche Experten nicht aus Knol ausschließen und verfügt zudem eindeutig über viel mehr Geld als die Wikipedia. Auf der anderen Seite könnte die Wikipedia allerdings auch profitieren, denn wenn Knol es schafft, weiteres Wissen ans Tageslicht zu fördern, kann das von den Hobby-Autoren auch in die Wikipedia integriert werden. Die Verlierer des Kampfes dürfte daher woanders zu suchen sein: in der Branche der kommerziellen Lexikonanbieter und-verlage.
Internet-Links
Steve Rubel: » Wikipedia and Wikia are Dead. Google
Just Killed Them
Der » Silicon Alley Insider sieht das ähnlich
» Machinist meint, Knol wird der Wikipedia helfen
Das deutsche » Upload Magazin stellt die verschiedenen Systeme, also Wikipedia, Knol und Citizendium gegenüber
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Weitere Themen im Schnelldurchlauf
Weitere Themen der Woche im Schnelldurchlauf
» YouTube hat sein Werbespot-Programm weiter geöffnet. Ab sofort können Nutzer sich bewerben und sobald sie akzeptiert werden, mit ihren Clips Geld verdienen. Das Angebot richtet sich derzeit allerdings nur an "users who have built a significant audience on YouTube", also Nutzer, deren Videos möglichst millionenfach angeschaut werden. Zudem müssen die Teilnehmer derzeit aus den USA oder Kanada stammen. Für diejenigen, die von YouTube akzeptiert werden, könnten sich so aber völlig neue Einnahmeqeullen eröffnen.
» ReadWriteWeb hat eine sehr lesenswerte Einführung ins Thema Blogs, Microblogging, Social Networks, etc. veröffentlicht, die jeder lesen sollte, der sich mit dem Thema noch ein wenig schwer tut: "The Evolution of Personal Publishing".
Ask.com, die viertgrößte Suchmaschine der USA versucht, mit einem neuen Feature neue Nutzer zu locken. Mit » Ask Erase kann die eigene Such-Historie gelöscht werden. Was für Datenschützer sicher ein richtiger Schritt sein dürfte, stößt anderswo auf Kritik, denn schließlich kann die Auswertung solchen Nutzerverhaltens die Suchmaschinen auch verbessern.
Dramatische Zahlen im Bezug auf Spam hat » Barracuda Networks, ein Anbieter von Sicherheits-Software veröffentlicht. Demnach sei die Rate der Spam-E-Mails im Jahr 2007 auf über 90 Prozent aller versendeten Mails gewachsen. Auch andere Analysten sprechen für das laufende Jahr von einem deutlichen Anstieg.
Ein Lehrstück zum Thema Virales Marketing lässt sich derzeit in den USA beobachten. Büroartikelanbieter OfficeMax hat dort zum zweiten Mal eine weihnachtliche und überaus erfolgreiche Website namens » Elf Yourself gestartet, auf der Nutzer sich in tanzende kleine Elfen, die Helfer des amerikanischen Weihnachtsmannes verwandeln können.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Youtube-Commercial und Gaga-Link
Youtube-Commercial der Woche:
Niemand wirbt derzeit so schön wie Mr. T: Tausende Blogger haben seinen » World of Warcraft-Spot schon in ihre Blogs eingebunden, bei YouTube gibt es Millionen von Abrufen. Noch nicht gesehen? Bitte schön:
Der Gaga-Link der Woche:
Weihnachten ist nicht mehr fern - Zeit, etwas inne zu halten und über das Jahr nachzudenken. Unser Gaga-Link der Woche ist daher diesmal auch ein bisschen ernster als sonst. Wir präsentieren: George W. Bush mit seiner Version von » so this is christmas:

