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05.01.2009 
Darüber spricht das Netz

Die Musikindustrie plant ein Anti-YouTube

von Jens Schröder

Die großen Plattenfirmen überlegen, einen Konkurrenten zu YouTube aufzuziehen, da sie nicht zufrieden mit den Werbegeldern Geld sind, die sie von der Google-Tochter bekommen. Unterdessen amüsierte der weltweite Ausfall von Microsofts Zune-MP3-Playern zum Jahreswechsel das halbe Internet - und in den USA hat das Web die Tageszeitungen als Informationsquelle überholt - "Darüber spricht das Netz" - jede Woche bei "Handelsblatt.com".

Das Internetportal YouTube muss sich auf Konkurrenz einstellen. Foto: dpaLupe

Das Internetportal YouTube muss sich auf Konkurrenz einstellen. Foto: dpa

Aufregung in der Musikbranche: Nach verschiedenen Berichten planen einige der großen Major-Plattenfirmen offenbar eine eigene Internet-Plattform für ihre Musikvideos. Die Überlegungen gelangten an die Öffentlichkeit, nachdem Warner sich nicht mit dem Video-Marktführer YouTube über einen Vermarktungsvertrag einigen konnte. Werbegelder im Umfeld der Musikclips auf YouTube oder MySpace werden für die Musikindustrie immer mehr zu einer wichtigen Einnahmequelle. Im Gegensatz zu Universal, die Mitte Dezember angesichts der Umsätze noch frohlockten, ist Warner mit YouTubes Angebot offenbar nicht einverstanden und will nun alle Musikclips von der Website entfernen lassen.

Als Partner für die eigene Video-Plattform verhandeln die Plattenfirmen angeblich mit Hulu, dem Joint-Venture von NBC und Rupert Murdochs News Corp, das im Jahr 2008 mit Kino- und TV-Inhalten zum großen Aufsteiger unter den Video-Sites geworden war. Dennoch sollten sich die Musikfirmen lieber doppelt überlegen, ihre Musik von YouTube entfernen zu lassen. Schließlich wird die Google-Tochter auf absehbare Zeit die unumstrittene Nummer 1 bleiben - und damit unverzichtbar als Informationsquelle und Werbeplattform der Musikfirmen für ihre potenziellen Hörer und Käufer.

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Mit einem peinlichen Hardware-Fehler hat Microsoft kurz vor dem Jahreswechsel für weltweites Aufsehen gesorgt. Ein Ausfall der 30GB-Version des MP3-Players Zune, der ohnehin nie ein ernst zu nehmender Konkurrent für den iPod war, verärgerte Nutzer. Offenbar fielen alle 30GB-Modelle am Silvestertag komplett aus. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es sich um ein Problem mit Schaltjahren handelt, die vom Zune nicht verarbeitet werden konnten. Seit dem 1. Januar funktionieren die meisten Zune-Player offenbar wieder ganz normal, wenn die Akkus zuvor komplett entladen wurden und das Gerät anschließend neu gestartet wurde. Zudem trifft Microsoft offenbar keine direkte Schuld, da der Fehler in einem zugelieferten Bauteil entstand.

Dennoch ist der Imageschaden für Microsoft und die Marke Zune enorm und die Häme im Netz bricht nicht ab. Tausende Blogs berichteten ausführlich und amüsiert über den in Anlehnung an den Y2K-Computer-Bug zur Jahrtausendwende schnell "Z2K" genannten Fehler. Eins dürfte sicher sein: Den Mitarbeitern des Konkurrenten Apple bescherte die Aufregung sicher einen tollen Rutsch ins neue Jahr.

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