In Peking hat das digitalste Olympia aller Zeiten begonnen. Auch in Deutschland lassen sich die Wettkämpfe allesamt im Netz verfolgen. Twitter wurde unterdessen Opfer eines Tojaner-Angriffs und die E-Mail verliert an Gewicht. „Darüber spricht das Netz“ – jeden Freitag bei „Handelsblatt.com“.
Die Olympischen Spiele in Peking könnten zu den Spielen werden, die die bislang größte Aufmerksamkeit im Internet erreichen. Nicht nur durch die Zeitverschiebung werden sich vielen Millionen auch hierzulande vornehmlich im Netz über die Wettkämpfe informieren, weil sie in Büros sitzen und nicht zu Hause vor dem Fernseher. Am besten kann das in Deutschland auf den Websites von ARD und ZDF passieren, denn die beiden Sender haben auch die Internetrechte gekauft und übertragen die Spiele live mit einigen parallelen Livestreams als Bewegtbild ins Netz. Kein Glück werden hingegen diejenigen haben, die den extra vom IOC eingerichteten Youtube-Kanal abrufen wollen, der wurde nämlich eigens für die Länder eingerichtet, in denen die Internetrechte nicht vergeben wurden. Deutsche bekommen daher ebenso wie Amerikaner, Engländer und viele andere nur Fehlermeldungen. US-Amerikaner haben es ohnehin etwas Schwerer als Deutsche, wenn sie Livebilder im Netz schauen wollen. Bestimmte Wettkämpfe wie Schwimmen und Leichtathletik landen erst drei Stunden später auf der Website des übertragenden Kanals NBC. Man will sich die TV-Einschaltquoten durch parallele Ausstrahlung nicht zerstören. Kein Wunder also, dass viele Blogger ihren Lesern Tipps geben, wie sie sich legal und halblegal trotzdem die betreffenden Wettkämpfe im Netz anschauen können. Auch über die Live-Berichterstattung hinaus werden die Spiele von Peking das digitalste Olympia aller Zeiten. Alle Nachrichten- und Sport-Websites berichten mit ausführlichen Specials, Dienste wie Twitter werden ebenso mit Olympia-Eindrücken voll sein wie persönliche Blogs von Athleten, Journalisten und Touristen und selbst Dienste wie Google Maps sind mit Specials zu den Wettkampfstätten und weiteren Infos zu Peking olympisch eingefärbt.
Internet-Links
Websehen: Viele Wege führen nach Peking
Wired: Watch the Olympics Online
Mashable: 25 Sites to Experience the Beijing Summer Olympics
Digital Inspiration: Watch Olympic Games on YouTube
Die Kurzkommunikationsplattform Twitter ist aktuelles Opfer einer Angriffswelle von Kriminellen. Die Offenheit der Plattform haben brasilianische Viren-Programmierer erstmals dazu genutzt, um Links auf einen Trojaner zu setzen. Als Verweis auf ein harmloses Erotikvideo getarnt führte ein Klick stattdessen zum Download der schädlichen Software. Die Viren-Experten von Kaspersky gehen davon aus, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Plattformen wie Twitter immer häufiger für solche Attacken genutzt werden. Für Twitter sind diese Entwicklungen keine guten Nachrichten. Nachdem sich dort unaufhörlich Spam einfindet, entdecken nun also auch die Viren- und Trojaner-Verteiler die Website.
Internet-Links
Viruslist.com: Social engineering on Twitter
BBC: Hi-tech criminals target Twitter
ars technica: Brazilian hackers stalk Twitter, try to wax the unwary
Interessante Entwicklung bei der Nutzung des Internets. Die Killerapplikation E-Mail verliert allmählich an Gewicht. Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass zwar 60 Prozent aller Anwender täglich E-Mails abrufen und verschicken, allerdings holt das Nutzen von Suchmaschinen mit 49 Prozent kräftig auf. In Deutschland ist die Entwicklung sogar schon weiter. Laut aktuellen Zahlen der ARD-ZDF-Onlinestudie verschicken 82 Prozent der deutschen Netzbürger mindestens einmal wöchentlich Mails, Suchmaschinen werden im selben Zeitraum aber schon von 84 Prozent genutzt. Vor allem bei den Jüngeren verliert die E-Mail an Beliebtheit. So ist für die 14- bis 19-Jährigen das Instant Messaging mit 85 Prozent schon beliebter als das altmodische Verschicken von E-Mails (75 Prozent).
Internet-Links
Ergebnisse der ARD-ZDF-Onlinestudie
Pew/Internet-Report über das Nutzerverhalten in den USA
Searchengineland: Daily Search Usage Approaching Email Levels

